Vegane Kosmetik und Mode | Vegane Gesellschaft Österreich

Vegane Kosmetik und Mode

09.12.2016

Kosmetik

Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs werden sowohl für Naturkosmetika, als auch für konventionelle Kosmetikprodukte verwendet. Tierische Inhaltsstoffe sind qualitativ nicht hochwertiger, sondern lediglich günstiger und werden deswegen verwendet. Die Liste der möglichen tierischen Inhaltsstoffe ist lange und beinhaltet sowohl Stoffe von toten und lebendigen Wirbeltieren (zum Beispiel tierische Öle und Fette, Plazenta und Fruchtwasser von Säugetieren, Hormone, Milch, Eier, Gelatine), als auch von Wirbellosen (zum Beispiel Bienenwachs, Honig, Gelee Royal, Karmin). In Kosmetikprodukten stammen tierische Öle und Fette vor allem von Schweinen, Rindern, Walen, Haien, Emus, Nerzen und Schildkröten. In einigen Fällen fallen die Rohstoffe als Schlachtabfälle an, in anderen werden die Tiere alleine zur Gewinnung dieser Stoffe gezüchtet.

In der EU dürfen seit März 2013 Kosmetikprodukte und deren Inhaltsstoffe nicht mehr an Tieren getestet werden. Auch Kosmetikprodukte, die im Ausland an Tieren getestet wurden, dürfen nicht importiert und in der EU verkauft werden. Das EU-Gesetz gilt nicht rückwirkend, das heißt Produkte, die vor März 2013 an Tieren getestet wurden, dürfen weiterhin verkauft werden. Leider gibt es einige Schlupflöcher mit denen dieses Gesetz umgangen wird und so werden noch immer etwa 90% der Kosmetikinhaltsstoffe in Tierversuchen getestet. Das Chemikaliengesetz REACH der EU schreibt für viele Stoffe verpflichtende Tierversuche vor, diese müssen auch für gewisse Kosmetikinhaltsstoffe durchgeführt werden. Wenn ein Unternehmen nachweisen kann, dass ein Stoff nicht nur in Kosmetika, sondern etwa auch in Putzmitteln verwendet wird, sind Tierversuche zulässig. Die Veganblume auf einem Kosmetikprodukt garantiert dir, dass dieses aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen besteht und nicht an Tieren getestet wurde.

Mode

Nicht nur die Lebensmittelindustrie verursacht großes Tierleid, sondern auch die Textilindustrie. Leder ist kein harmloses, „natürliches“ Produkt und kein Schlachtabfall. Durch Leder werden die meisten Tierfabriken erst rentabel, 40 % der weltweiten Schlachtungen dienen auch der Lederindustrie. Die Tierhäute werden mit stark gesundheits- und umweltschädigenden Chemikalien behandelt, um eine Verwesung zu verhindern. Für die industrielle Wollproduktion müssen Schafe das sogenannte Mulesing ertragen. Dabei werden Hautfalten um den Schwanz der Tiere ohne Betäubung herausgeschnitten, da sich sonst in den Falten Urin und Feuchtigkeit sammeln können. Diese extrem schmerzhaften Wunden entzünden sich oftmals. Die Hälfte der in Österreich verkauften Pelze entstammen dem Fallenfang aus Alaska, Kanada und Russland. Die Tiere liegen tagelang mit gebrochenen Extremitäten in den Eisenfallen bis sie vom Fallensteller getötet werden. 90 % der so gefangenen Tiere sind „Pelzabfall“, da sie nicht zu der gewünschten Tierart gehören. Die restlichen Pelze stammen aus Pelzfarmen, die nichts Anderes als grausame Tierfabriken für Nerze sind. Federn von Gänsen und Enten sind bei Winterjacken und Bettdecken als Daunen ein beliebtes Füllmittel. In ihrem kurzen Leben werden die Tiere vier bis fünf Mal gerupft, wobei ihnen jeweils ca. 140 g ihrer Federn händisch entrissen werden.

Es gibt eine Vielzahl an veganen Textilien, die alle Ansprüche an qualitativ hochwertige Kleidung erfüllen. Neben Kunstleder, das meist aus Polyurethan besteht, gibt es auch innovative Lederimitate wie Ananas- und Korkleder. Achtung: Lederprodukte gibt es in allen Preissegmenten, so können auch günstige Schuhe aus Tierhaut bestehen. Achte beim Textilienkauf auf die Etiketten. Diese verraten dir aus welchen Materialien das Produkt besteht.

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