Verbundenheit: Zum wechselseitigen Bezogensein von Menschen und Tieren | Vegane Gesellschaft Österreich

Verbundenheit: Zum wechselseitigen Bezogensein von Menschen und Tieren

05.07.2016





















Susanne Magdalena Karr
Verbundenheit: Zum wechselseitigen Bezogensein von Menschen und Tieren

ISBN 978-3958080317
1.Auflage: Dezember 2015
Neofelis Verlag
274 Seiten
€ 26,00

Die Lebewesen dieser Erde stehen in einer mehr oder weniger starken Verbindung zueinander. Um miteinander leben und sich austauschen zu können verwenden menschliche und nichtmenschliche Tiere verschiedene verbale und nonverbale Kommunikationsmuster. Die Autorin Susanne Magdalena Karr geht der Frage nach, wie menschliche und nichtmenschliche Tiere miteinander verbunden sind und wie Kommunikation, die weit über die Grenzen der verbalen Sprachen und eigenen Spezies hinausgeht, funktioniert.

Um diese und weitere Fragen zu beantworten, bedient sich die Autorin verschiedener Wissenschaftskonzepte und führt die Leser_innen unter anderem auf eine Reise durch die Barock- und Naturphilosophie, Verhaltenspsychologie und Kulturanthropologie. Die Autorin untersucht Erkenntnisse aus den Animal Studies und setzt diese zueinander in Verbindung.

Die Erkenntnisse der Verbundenheit zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Tieren erschüttern das traditionelle Verständnis vieler über die Beziehung zwischen diesen Lebewesen und stellen die von vielen behauptete Überlegenheit des Menschen stark in Frage. Das Zugeständnis mit anderen Lebewesen verbunden zu sein, ermöglicht neue und horizonterweiternde Erfahrungen zu sammeln.

„Verbundenheit besteht als mit dem Leben gegebene Fähigkeit. Sie liegt dem gemeinsamen Sein aller Lebewesen zugrunde. Sie stellt eine Potenzialität dar, in kommunikativen Austausch zu treten, als eine Fähigkeit der Lebewesen, auf andere zu reagieren, auf einer Ebene, die bereits mit dem Lebendigsein gegeben ist.“ (Karr, S. 22)

Eine zentrale Frage des Buches beschäftigt sich mit der Definition und Bedeutung der Seele. Die Autorin sieht die Seele als etwas an, das den Lebewesen einen überindividuellen Zusammenhang bietet und eine Voraussetzung für Kommunikation darstellt. Empathie und Kommunikation erlauben uns, die Welten nichtmenschlicher und menschlicher Tiere zu erschließen. Durch Einlassen auf Neues und Respekt vor anderen Erfahrungen können wir andere Lebewesen besser verstehen lernen.

Die Autorin Susanne Magdalena Karr studierte an der Universität Wien Germanistik und Philosophie und promovierte an der Akademie der Bildenden Künste Wien in Kunst- und Kulturwissenschaften. Sie ist als Redakteurin unter anderem in den Bereichen Kunst, Architektur und Urbanismus tätig. Im Rahmen ihrer philosophischen Arbeiten beschäftigt sie sich mit Mensch-Tier-Beziehungen und den künstlichen Grenzen zwischen Natur-Kultur, Mensch-Tier und Leib-Seele.