ADA-Statement: Vegane/vegatarische Ernährung für Kinder

Säuglinge

Das Wachstum vegetarischer/veganer Säuglinge, die ausreichende Mengen Muttermilch oder kommerzielle Säuglingsnahrung erhalten, ist normal. Bei der Einführung von Beikost kann die Bereitstellung guter Energie- und Nährstoffquellen das normale Wachstum gewährleisten. Die Sicherheit von extrem einschränkenden Ernährungsformen wie Rohkost oder fruktarische Ernährung wurde bei Kindern noch nicht untersucht. Diese Ernährungsformen können einen sehr niedrigen Gehalt an Energie, Protein sowie einigen Vitaminen und Mineralstoffen aufweisen und können daher nicht für Kinder und Säuglinge empfohlen werden.

Bei vegetarischen/veganen Frauen ist Stillen üblich; diese Praxis sollte gefördert werden. Muttermilch vegetarischer/veganer Frauen gleicht in ihrer Zusammensetzung derjenigen von omnivoren Müttern und entspricht einer vollwertigen Ernährung. Kommerzielle Säuglingsnahrung sollte genutzt werden, wenn die Kinder nicht gestillt werden oder vor dem ersten Geburtstag abgestillt werden. Soja-Formula ist die einzige Option für ungestillte vegane Säuglinge. Andere Zubereitungen wie Sojamilch, Reismilch oder selbstgemachte Säuglingsmilchnahrungen sollten nicht als Ersatz für Muttermilch oder kommerzielle Säuglingsnahrung verwendet werden.

Beikost sollte im selben Verlauf wie bei nicht-vegetarischen Säuglingen eingeführt werden. Fleisch kann dabei durch pürierten Tofu, Hülsenfrüchte oder Sojajoghurt (bzw. Kuhmilchjoghurt, gekochtes Eigelb oder Hüttenkäse bei ovo-lakto-vegetarischen Säuglingen) ersetzt werden. Zwischen dem 8. und 11. Monat kann mit gewürfeltem Tofu, (Soja-)Käse und in mundgerechte Stücke geschnittenenen Gemüseburgern begonnen werden. Kommerzielle, vollfette, angereicherte Sojamilch oder pasteurisierte Kuhmlich kann als Hauptgetränk ab dem 1. Lebensjahr gegeben werden, sofern das Kind normal wächst und viele verschiedene Lebensmittel isst. Energie- und nährstoffreiche Lebensmittel wie Hülsenfruchtaufstrich, Tofu und Avocadopüree sollten genutzt werden, wenn das Kind entwöhnt wird. Fett sollte bei Kindern unter zwei Jahren nicht eingeschränkt werden.

Die Richtlinien für Supplemente ähneln denjenigen für nicht-vegetarische Säuglinge. Gestillte Kinder, deren Mütter nicht ausreichend Vitamin B12 aufnehmen, sollten ein Vitamin-B12-Supplement bekommen. Die Zinkaufnahme sollte abgeschätzt werden und Zinksupplemente oder mit Zink angereicherte Lebensmittel dann genutzt, wenn die eingeführte Kost wenig Zink enthält oder hauptsächlich aus Lebensmitteln mit niedriger Bioverfügbarkeit besteht.

Kinder

Ovo-lacto-vegetarische Kindern wachsen so wie ihre omnivoren Gleichaltrigen. Bisher wurde wenig über das Wachstum nicht-makrobiotischer veganer Kinder publiziert. Laut einiger Studien besteht die Tendenz dazu, dass vegane Kinder etwas kleiner sind, jedoch befinden sie sich immer im normalen Größen- und Gewichtsbereich. Mangelhaftes Wachstum wurde nur bei Kindern mit einer sehr eingeschränkter Ernährungsform beobachtet. Häufige Mahlzeiten und Snacks sowie die Verwendung verarbeiteter Lebensmittel (wie Brot, Pasta und angereicherte Cornflakes) und Lebensmitteln, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind, können vegetarischen/veganen Kindern dabei helfen, auf den erforderlichen Energie- und Nährstoffbedarf zu kommen. Der durchschnittliche Proteingehalt vegetarischer Kinder (vegan, ovo-lacto oder makrobiotisch) entspricht den Empfehlungen oder übersteigt sie sogar. Vegane Kinder könnten aufgrund der Unterschiede in der Eiweißverdauung und Aminosäurezusammensetzung einen leicht höheren Proteinbedarf haben, aber dieser Bedarf wird gewöhnlich gedeckt, wenn die Ernährung abwechslungsreich ist und ausreichend Energie enthält. Jugendalter

Das Wachstum von ovo-lacto-vegetarischen gleicht dem von nicht-vegetarischen Jugendlichen. Ältere Studien schlagen vor, dass vegetarische Mädchen die Menarche etwas später erreichen; neuere Studien fanden jedoch keinen Unterschied im Menarchenalter.

Vegetarische Ernährungsformen weisen einige Vorteile für die Heranwachsenden auf: Vegetarische Jugendliche essen mehr Ballaststoffe, mehr Eisen, Folsäure, Vitamin A und Vitamin C als omnivore. Sie konsumieren auch mehr Obst und Gemüse, dafür weniger Süßigkeiten, Fast Food und salzige Snacks als nicht-vegetarische Jugendliche. Beachtet werden sollte allerdings die ausreichende Menge an Kalzium, Vitamin D, Eisen, Zink und Vitamin B12.

Unter Berücksichtigung der Empfehlungen ist vegetarische/vegane Ernährung eine gesunde und vollwertige Alternative für Jugendliche.

Übersetzter Auszug aus: CRAIG WJ, MANGELS AR: Position of the American Dietetic Association: Vegetarian Diets. J Am Diet Assoc. 2009 Jul; 109 (7): 1266-82.

Link zum Abstract: http://eatright.org/About/Content.aspx?id=8357

Die volle Studie ist nur für Mitglieder der ADA einsehbar, kann aber bei info [at] vegan.at als PDF angefordert werden.