[19.04.2006]AMA instrumentalisiert unterernährte Kinder um Konsumenten zu täuschen
Mit ihrer neuen Fleischwerbekampagne setzt sich die AMA (Agrarmarkt
Austria) wieder massiver Kritik aus. Die AMA wirbt mit Slogans wie „Macht
schlau“ oder „2% Fett“ und suggeriert damit, dass Fleischkonsum
gesundheitliche Vorteile hätte und sogar die Intelligenz fördere.
Die Verwendung der Studie, auf die sich die AMA stützt, ist wissenschaftlich
und moralisch höchst fragwürdig. Massive Vorwürfe gegen die AMA „Mit dieser menschenverachtenden Kampagne hat die AMA endgültig den Bogen überspannt!“ meint Felix Hnat, Obmann der Veganen Gesellschaft Österreich. Die Plakate der neuen AMA Kampagne zeigen jeweils eine Fleischspeise und einen Werbeslogan. „Die Verwendung der Studie von Lindsay Allen, auf die sich Kampagne stützt, ist aus mehreren Gründen absolut inakzeptabel: 1. ist eine Übertragung auf österreichische Verhältnisse nicht zulässig; 2. ist es moralisch höchst bedenklich, dass unterernährte kenianische Schulkinder für Versuche herangezogen wurden; 3. wird die vegane und vegetarische Lebensweise völlig widersprüchlich diskreditiert und 4. wird österreichischen Konsumenten suggeriert, mehr Fleisch würde sie gesünder und intelligenter machen.“ Eigentliche Aussage der AMA Quelle ist genau gegenteilig „Macht schlau“ ist eines der Mottos auf den AMA Plakaten, welches dann im Kleingedruckten durch die Allen-Studie referenziert wird. 544 schon im Vorfeld unterernährte kenianische Schulkinder bekamen einzelne Nahrungsmittel (60 gr. Fleisch oder eine Tasse Milch oder pflanzliches Öl oder gar nichts) zusätzlich zu ihrer gewohnten Kost. Die AMA argumentiert nun auf ihrer Website: „Die Fleischesser zeigen bei Intelligenztests die besten Ergebnisse.“ De fakto schnitt jedoch die Gruppe die nur pflanzliches Öl zusätzlich bekam bei 2 von 3 verschiedenen Tests (und zwar beim arithmetischen und beim verbalen Test) am besten ab. Inkonsistenz der AMA Behauptungen Die zweite wissenschaftliche Referenz der AMA, nämlich Dr. M. Lindschinger,
widerspricht der ersten Quelle sogar explizit. Er meint nämlich, dass „eine
direkte Übertragung der Ergebnisse auf mitteleuropäische [.. ] Verhältnisse
nicht durchgeführt werden dürfen, da bereits bei den Eingangsuntersuchungen
der Schulkinder massive Defizite in Wachstum, Entwicklung, Mikronährstoffversorgung
und täglicher Eiweißaufnahme detektiert“ wurden. Kritik von renommierten Ernährungsmedizinern verhallt ungehört Als letztes Jahr die AMA Kampagne „2 % Fett – 100 % Genuß“
anlief hat die ÖAIE (Österreichische Akademie Institut für Ernährungsmedizin)
das als „Irreführung des Konsumenten“ bezeichnet. Präsident
Kurt Widhalm meinte im Namen der ÖAIE auch, dass in Österreich 300
% der empfohlenen Menge an Fleisch gegessen wird und 10-15 % Fett bei magerem
Fleisch realistische Werte wären. Rückfragehinweise: Felix Hnat, Obmann der Veganen Gesellschaft Österreich |