Kunstdünger und rülpsende RinderLaut WWF ist die Viehmast für 14 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich.Höhere Steuern auf "Spritfresser", mehr Schiene statt Straße, erneuerbare Energie statt fossiler Brennstoffe - all das wird derzeit als Möglichkeit debattiert, den globalen Klimawandel doch noch rechtzeitig zu stoppen. Vergleichsweise ruhig war es bisher um den Sektor Landwirtschaft. Zwar gelten auch Nutztiere wie Rinder und Schafe als "Klimasünder", aber bisher doch meist als eher vernachlässigbare Größe. Methan und Kohlendioxid Die UNO-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) setzt den Prozentsatz der Gesamtemissionen der Viehhaltung an den weltweiten Treibhausgasemissionen sogar bei 18 Prozent an - über dem Sektor Transport. "Landwirtschaft heizt das Klima an" Rechnet man die Umwandlung von Wäldern in landwirtschaftliche Nutzflächen dazu, steigt der Anteil sogar auf über 30 Prozent. "Die Agrarindustrie heizt das Klima in etwa der gleichen Größenordnung an wie der Transportsektor", erläuterte Dräger de Teran. Deshalb sei es längst überfällig, den Klimaschutz in die Landwirtschaftspolitik zu integrieren. WWF: Gleiche Regeln wie für Industrie Der Agrarsektor solle darauf verpflichtet werden, den Treibhausgasausstoß um 30 Prozent zu senken, wie es auch von anderen Industriezweigen gefordert wird, so Dräger de Teran. Emissionsabgaben für Landwirtschaft? Nach Angaben der Umweltschutzorganisation ist Methan, das unter anderem aus Rindermägen kommt, für das Klima 21-mal schädlicher als Kohlendioxid. Kunstdünger als Umweltzeitbombe Dabei sei es gerade bei der Düngung einfach, zu umweltschonenderen Mitteln zu greifen. Das Ausbringen von Mist statt Industriedünger verbessere etwa den Humusaufbau. "Der Boden kann dann mehr Kohlendioxid speichern", erläuterte Dräger de Teran. Bei künstlichem Dünger sei Ammonium klimafreundlicher als Nitrate. Bei den Tieren schließlich ist ökologische Freilandhaltung nach WWF-Meinung klimaschonender als Stallmast. Bei reiner Stallhaltung könne allerdings eine Biogasanlage, in die auch Kuhmist gelangt, zu mehr Klimaschutz beitragen. Bauernverband: Positiver Beitrag "Bei einem vergleichsweise geringen Anteil an der Gesamtemission von Treibhausgasen konnte die Landwirtschaft dennoch ihre Emissionen seit 1990 um insgesamt 24 Prozent senken. Es ist allzu durchsichtig, unter dem Deckmantel des Klimawandels einen schon verwelkten Blumenstrauß an Forderungen an die Landwirtschaft auffrischen zu wollen", kommentierte der DBV die jüngsten WWF-Forderungen nach einem Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz. Quelle: www.orf.at |