Sojadrinks - Lecker und Gesund
Sieht aus wie Milch, ist aber keine. Sojadrinks werden aus Sojabohnen und
Wasser gemacht. Sie lassen sich in der Küche wie Milch verwenden, sind
reich an Eiweiß und enthalten wertvolle Pflanzenstoffe. STIFTUNG WARENTEST
online stellt das neue Trendgetränk vor. Im Test: 16 Sojadrinks mit oder
ohne Kalziumzusatz. Natur oder gesüßt – meist lecker, gesund und gut.
Die Milch, die keine sein darf
In Asien gibt es Sojamilch schon seit Jahrtausenden zum Frühstück. Dort
darf sich das Getränk aus Sojabohnen und Wasser, das aussieht wie Milch,
auch Sojamilch nennen. In Deutschland heißt Sojamilch dagegen Sojadrink.
Der Grund: Milch muss hierzulande aus dem Euter kommen. Das ist bei
Sojamilch natürlich nicht der Fall. Dabei ist sie durchaus gesund.
Sojadrinks liefern viel Eiweiß und wenig Fett. Ein Grund vielleicht, warum
sie auch in Deutschland immer beliebter werden. Die Tetrapaks mit dem
industriell produzierten Getränk stehen heute in fast jedem Supermarkt.
Umsatzplus pro Jahr: gut 50 Prozent.
Schmeckt unaufdringlich nach Bohnen
Sojadrinks sind leicht sämig, sehen aus wie Milch und lassen sich auch wie
Milch verwenden. Kalt oder warm, pur oder zum Kochen. Auch Aufschäumen ist
möglich. Nur für den Kaffee sind Sojadrinks nicht ideal. Sie können
ausflocken, zumindest bei stark geröstetem Kaffee. Sojadrinks selbst
schmecken unaufdringlich nach Bohnen und etwas nach Getreide. Es gibt auch
gesüßte und aromatisierte Sorten. Die schmecken dann etwa nach Vanille und
treffen eher den europäischen Massengeschmack.
Lecker und gesund
Sind Sojadrinks nur ein neuer Fitnesshype oder ein ernstzunehmendes
Lebensmittel? Die STIFTUNG WARENTEST hat 16 Sojadrinks untersucht. Das
Ergebnis ist positiv. Die getesteten Sojadrinks sind nicht nur lecker und
gesund, sondern auch ordentlich produziert. Die Lebensmittelchemiker der
STIFTUNG WARENTEST fanden weder Schadstoffe noch Keime. Bis auf eine
Ausnahme. Der Soy & Joy Sojadrink enthält im Test das Schwermetall
Kadmium. Knapp unter dem Grenzwert für Soja. Das muss nicht sein.
Frei von Gen-Soja
Erfreulich dagegen: Alle Sojadrinks im Test sind frei von Gen-Soja. Das
ist längst nicht mehr selbstverständlich. Rund 60 Prozent der weltweit
angebauten Sojabohnen sind bereits genetisch verändert. In den USA gehören
genveränderte Lebensmittel zum Standard. In Deutschland lehnen die Kunden
genveränderte Lebensmittel mehrheitlich ab. Die Gentechnik nutzt dem
Käufer auch nicht. Gentechnisch veränderte Lebensmittel sind weder besser,
noch billiger. Sie lassen sich nur gewinnbringender produzieren.
Mit pflanzlichen Hormonen
Soja aber ist von Natur aus gut. Die runden gelben Bohnen enthalten viel
Eiweiß und wertvolle Pflanzenstoffe. Isoflavone etwa. Ein pflanzliches
Hormon. Es ähnelt dem menschlichen Östrogen. Die Asiaten schwören drauf.
Isoflavone sollen Krebs vorbeugen und Beschwerden in den Wechseljahren
lindern. Manche Studien belegen das, andere sehen keine Wirkung. Sicher
ist dagegen: Sojabohnen sind gesund. Knapp 40 Prozent Eiweiß, wertvolle
Fettsäuren, kein Cholesterin: Das ist gut für Herz und Kreislauf. Auch
Kuhmilch-Allergiker setzen mitunter auf Sojadrinks. Für sie gilt
allerdings: Vorsicht. Sojadrinks enthalten zwar kein Milcheiweiß, aber
pflanzliche Eiweißstoffe, die ebenfalls Allergien auslösen können.
Kann Allergien auslösen
Aber Achtung: Soja kann auch Allergien auslösen. Da immer mehr
Lebensmittel Soja enthalten, nehmen Soja-Allergien zu. Die Hersteller von
Sojadrinks müssen nicht gesondert davor warnen, da „Soja“ bereits in der
Produktbezeichnung steht. Auch Birkenpollenallergiker sollten vorsichtig
sein: Ähnlich wie beim Verzehr von Äpfeln oder Haselnüssen kann bei ihnen
eine Kreuzreaktion auf Soja auftreten. Die allergieauslösenden Eiweiße
sind sich sehr ähnlich.
Bio mit Meeresalgen
Ein vollwertiger Milchersatz sind Sojadrinks erst mit einer Extraportion
Kalzium. Sojabohnen selbst enthalten von Natur aus viel weniger Kalzium
als Milch. Deshalb gibt es Sojadrinks auch mit Kalziumzusatz. Ein Glas
angereicherter Sojadrink (0,2 Liter) deckt etwa ein Drittel des
Kalzium-Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Bioprodukte dürfen nicht künstlich
angereichert werden. Hier helfen Meeresalgen. Die sind für Bio-Produkte
zugelassen und bringen ebenfalls Kalzium an Bord. Zwei Bio-Produkte im
Test entsprechen dieser Vorgabe allerdings nicht: Berief Soja Fit Bio und
Bio Natur Soja Drink. Obwohl Bio, setzen die Anbieter hier Kalziumkarbonat
zu. Die Produkte sind also falsch deklariert. Qualitätsurteil deshalb nur
ausreichend. Schade, denn auch diese Sojadrinks wären – richtig deklariert
– zwar nicht bio, aber gut.
So schmecken Soja-Drinks:
Feines Aroma. Sojadrinks schmecken leicht nach Bohnen oder Getreide.
Verfeinern Sie den Geschmack mit etwas Honig, Zucker, Ingwer oder Vanille.
Manche Fertigdrinks sind bereits gesüßt und aromatisiert. Finden Sie Ihr
Lieblingsprodukt.
Warm und kalt. Sojadrinks schmecken kalt und warm. Sie können sie
praktisch wie Milch verwenden. Auch zum Kochen für Pudding, Soßen und
Grieß und kalt als Eiscreme oder zu Schaum geschlagen.
Grundrezept. Sojadrinks werden heute industriell produziert. Das Rezept
dafür ist simpel und alt: Getrocknete Sojabohnen in Wasser eingeweicht,
püriert, gekocht, filtriert und ultrahocherhitzt. Das Ergebnis: haltbare
gelblich sämige Sojamilch. Typisch für ultrahocherhitzte Drinks ist ihr
Kochgeschmack. Ähnlich wie bei H-Milch.
Lange haltbar. Bewahren Sie geöffnete Sojadrinks im Kühlschrank auf. Sie
halten nur wenige Tage. Etwa wie H-Milch. Ungeöffnet können Sie
ultrahocherhitzte Sojadrinks dagegen bis zu 12 Monate aufbewahren. Ohne
Kühlung.
Variationen. Klassische Sojamilch besteht nur aus Sojabohnen und Wasser.
Heute gibt es Sojadrinks auch mit Reis. Gesüßt oder ungesüßt. Mit und ohne
Aroma. Einige Drinks sind mit Kalzium angereichert.
Kalzium. Kalzium ist wichtig für Ihre Knochen. Damit beugen Sie
Osteoporose vor. Wählen Sie angereicherte Sojadrinks, wenn Sie den Drink
als Ersatz für Kuhmilch nutzen. Ein Glas angereicherter Sojadrink (0,2
Liter) deckt etwa ein Drittel des Kalzium-Tagesbedarfs für einen
Erwachsenen.
Nüsse für die Knochen. Viel Kalzium steckt auch in Joghurt, Käse, grünem
Gemüse und Nüssen.
Fettarm. Sojadrinks enthalten wertvolle Pflanzenstoffe, hochwertiges
Eiweiß und wenig Fett. Die meisten Drinks haben etwas weniger Kalorien als
fettarme Milch mit 1,5 Prozent Fett. Greifen Sie zu.
Quelle: test.de |