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Was Sojagetränke von Milch (nicht) unterscheidet
Sojagetränke werden immer beliebter. Es gibt sie längst nicht mehr
nur im Bioladen, sondern gut sichtbar in fast jedem Supermarkt. Was macht
die Sojadrinks attraktiv, wie gesund sind sie und wie schmecken diese
Getränke, die fast aussehen wie Milch, und doch keine sind? Das hat sich
die Stiftung Warentest genauer angesehen.
Die Ergebnissen fasst Ina Bockholt, Redakteurin der Zeitschrift "test“,
so zusammen: "Wir müssen sagen, das Ergebnis ist durchwegs positiv. Die
ernährungsphysiologische Qualität hat uns überzeugt und wir haben in
keinem Produkt Keime gefunden und fast alle waren auch schadstofffrei,
nur in einem, Soy & Joy, haben wir erhöhte Kadmiumgehalte festgestellt."
Warum es keine Soja-"Milch" gibt
Wieso diese Sojagetränke nie als Sojamilch angeboten werden und was man
eigentlich tatsächlich trinkt, wenn man zum Sojadrink greift erläutert die
"test"-Expertin so:
"Sojamilch darf offiziell nur Sojadrink heißen, denn Milch ist reserviert
für alles, was aus einem Euter kommt. Deswegen Sojadrinks. Ja, was trinken
wir? Wir trinken eine Mischung, die hauptsächlich aus Wasser und
Sojabohnen besteht. Es gibt einzelne Produkte, denen ist Kalzium
zugesetzt, manche haben Vitamine und viele sind auch gezuckert."
Auch zum Kochen und Backen verwendbar
Sojadrinks sind also unterschiedlich schmeckende Getränke, aber sie sind
auch sonst noch, wie Milch, etwa zum Kochen und Backen verwendbar. Ina
Bockholt:
"Mit Sojadrinks in der Küche können Sie so ziemlich alles machen wie auch
mit Milch. Sie können damit kochen, Sie können damit Pudding machen, Eis
herstellen, Sie können die Sojamilch warm und kalt trinken, im Prinzip
alles. Es gibt nur eine kleine Ausnahme. Die Sojadrinks flocken manchmal
aus, wenn man sie in den Kaffee von stark gerösteten Bohnen gibt."
Gesund
Normale Milch gilt als gesund und das trifft auch auf Sojadrinks zu,
stellte die Stiftung Warentest fest: "Viele Produkte haben Kalziumzusätze.
Das heißt, die Hersteller haben so viel Kalzium zugesetzt, dass der
Kalziumgehalt genau dem der Milch entspricht. Auch wenn ein Getränk kein
Kalzium zugesetzt hat, sind Sojadrinks ausgesprochen gesund, denn sie
enthalten sehr viel hochwertiges Eisen und auch Isoflavone. Das sind
sekundäre Pflanzenstoffe, über deren Wirkung sehr viel geforscht wird."
Und man kann sich in der Regel auch auf den auf den Verpackungen
angegebenen Kalziumgehalt verlassen: "Auf den Verpackungen ist deklariert,
ob und wie viel Kalzium ein Getränk enthält. Darauf kann man sich
eigentlich auch verlassen. Wir haben in unserem Test allerdings einen
Ausreißer gefunden. Das war Schneekoppe vital Sojadrink Klassik. Dort ist
deklariert, dass dieses Produkt so viel Kalzium enthält wie Milch. Es
stimmt aber nicht, die Kalziumgehalte waren nur halb so hoch wie bei
Milch."
Auch für Kinder geeignet
Und schließlich, sagt die "test"-Redakteurin, kann man Sojadrinks auch
Kindern ab Vier anstelle von Milch geben: "Sojalebensmittel im
Säuglingsalter werden als kritisch eingestuft, zumindest wenn man sie als
Ersatz für Anfangsnahrung nutzt, aber ab einem Alter von vier Jahren ist
Sojamilch durchaus gut, wenn sie Kalziumzusätze enthält. Denn dann können
auch Kinder, die Milch nicht mögen oder nicht vertragen, auf ihr
Kalziumpensum kommen und das ist gerade in der Zeit des Wachstums sehr
wichtig."
Quelle: help.orf.at |