Agrarsubventionen in Österreich aus einer tierrechtlerischen
Perspektive
Eine wissenschaftliche Arbeit der WU Wien aus dem Jahre 2006 untersucht
die Frage, wie viel Prozent der in Österreich ausbezahlten Agrarsubventionen
direkt und indirekt die Tiernutzung fördert.
Die aktuellen Ergebnisse sind sehr brisant: Im Jahr 2003 (statische Daten
werden immer erst mit einer Zeitverzögerung veröffentlicht)
sind 61% aller Zahlungen mit Tierausbeutung verknüpft, dabei wurde
auch eine Futtermittelsubventionierung mit einbedacht. Im Gegensatz dazu
fließen 11% der Gelder in die Produktion pflanzlicher Lebensmittel
für den menschlichen Verzehr. Im Vergleich zum Gesamtproduktionsvolumen,
oder noch krasser, im Vergleich zu einer empfohlenen Ernährungspyramide
wirken diese Werte sehr unverhältnismäßig und unfair.
Abb. 1: Aufteilung des Produktionswertes der LWS
Abb. 2: Aufteilung der in Österreich im Jahre 2003 ausbezahlten Agrarsubventionen
auf Kategorien
Abb. 3: Ernährungspyramide
Ist es ein Wunder, dass Tierprodukte so billig sind? Dass in Österreich
und überhaupt in der EU durch Subventionierung zuviel produziert
wird, ist kein Geheimnis mehr. Die Überproduktion, besonders tierlicher
Produkte schadet den Tieren, der Umwelt, den Staatshaushalten, der menschlichen
Gesundheit und den Exportmärkten in den so genannten Dritt-Welt-Staaten,
die dadurch ruiniert werden.
Besonders bemerkenswert an diesen Forschungsergebnissen sind auch die
Tatsachen, dass über die Hälfte des gesamten produzierten Getreides
(59%) in Österreich an Tiere verfüttert wird (im Vergleich dazu
werden 19% von Menschen verzehrt), und dass mehr als 75% des in Österreich
an Kühe verfütterte Grünfutter von Intensivgrünland
stammt (gedüngte, mehrmals im Jahr abgemähte Wiesen) und somit
das Märchen der glücklichen Kuh auf der Weide ad absurdum geführt
ist.
Aufbauend auf diesen Forschungsergebnissen fordert die Vegane Gesellschaft
Österreich ein Subventionsverbot von sämtlichen Tierprodukten.
[Felix Hnat, Agrarsubventionen in Österreich aus einer tierrechtlerischen Perspektive, 2006]
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