Die Kampagne gegen Tierzirkusse (5/99) |
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Die
Zurschaustellung von Exotischem, von Kuriositäten oder von besonderer
menschlicher Geschicklichkeit beim Jonglieren oder Seiltanzen etc. durch
umherziehende Gaukler gibt es in ungebrochener Kontinuität seit dem
Untergang des Römischen Reichs mit seinen Amphitheatern. Dem Zirkus
aber, wie wir ihn kennen, hauchten erst die Jahrmärkte im Europa des
17. Jahrhunderts Leben ein. Fast jeder Jahrmarkt zeigte in Nebenschauen
menschliche Sonderlinge und Tierkuriositäten, wie z.B. St. Bartholomeus
in England: es gab einen Mann mit einem Kopf und zwei Körpern zu sehen,
ein „Kind mit einem lebendigen Bären, der auf seinem Rücken
wuchs“, eine Frau mit drei Brüsten, sowie „die Verbindung zwischen
der rationalen und der triebhaften Kreatur“, das „erstaunlichste
Geschöpf, genannt der orientalische Waldgott oder der echte Wilde aus
den Wäldern“ – letzterer in Wirklichkeit ein Orang Utan. Alle diese
„Sonderlinge der Natur“ wurden als „nicht-menschlich“ angesehen
und „Tieren“ gleichgesetzt. Erst
im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Zirkusarena. Als Vater des
modernen Zirkus gilt der Engländer Philip Astley (1742-1814). Er zeigte
Seiltänzer, Turner, tanzende Hunde und Reitvorführungen, aber noch
keine exotischen Wildtiere. Es dauerte bis 1828 bis der erste Elefant in
der Zirkusarena zu sehen war. Kurz darauf wurden auch in der Zirkusarena
überall exotische Wildtiere neben den „Sonderlingen der Natur“
gezeigt. Dem
Publikum wurde aber diese reine Zurschaustellung bald zu fad, und so kam
ein Amerikaner namens Issac R. Van Amburgh (1801-1865) – er wird als
der erste bezeichnet, der einen Käfig mit Dschungeltieren in eine öffentliche
Ausstellung brachte – auf die Idee, vor den ZuschauerInnen zu den LöwInnen
in den Käfig zu steigen. In einem Dschungel-Tarnanzug, eine Peitsche
schwingend und Platzpatronen aus seiner Pistole feuernd, betrat er den Käfig,
und piesackte und ärgerte die Tiere bewußt, um soviel Wildheit und
Aggressivität aus ihnen herauszulocken, wie er konnte. Dann schüchterte
er sie solange ein, bis sie ihm ergeben waren. Sein „Meisterstück“
war, die LöwInnen dazu zu bringen, seine Stiefel zu lecken, als äußerstes
Zeichen ihrer Bezwingung und kriecherischen Unterwürfigkeit. Van
Ambrugh folgte Clyde Beatty (1903-1965), von dem man sagt, er habe
„nicht weniger als 40 schwarzmähnige afrikanische Löwen und Königstiger
gleichzeitig unterjocht“. Tatsächlich präsentierte 1934 ein Poster
Beatty als „den Dschungelkönig im einhändigen Kampf mit 40 der
wildesten Tiere“. Ursprünglich wurden die Tiere in ihrem
Transportwagen in die Zirkusarena gezogen. Der deutsche Carl Hagenbeck
erfand 1887 den Zentralkäfig, in dem dann mit mehr Platz den Zeichen
der Zeit entsprechend die ZirkusdompteurInnen die „Schützlinge aus
dem Dschungel in der Rolle von gehorsamen Haustieren präsentieren
konnte“. Zeitzeugen
berichteten dennoch, daß die Präsentation großer Dschungelkatzen
darauf aufbaute ihnen Angst einzuflößen bis sie in ein Stadium der
Hysterie verfielen, indem man Pistolen abfeuerte, Gongs schlug,
Peitschen knallte und sie mit rotglühenden Eisen antrieb. Dann brüllten
die Tiere stark genug um die ZuschauerInnen zu befriedigen. Das Publikum
war so blutrünstig, daß man manchmal Unfälle vortäuschte, obwohl es
eine schockierende Anzahl von Fällen gab, wo die DompteurInnen tatsächlich
in Stücke gerissen wurden. Carl
Hagenbeck belieferte übrigens viele Zirkusse seiner Zeit und
importierte zwischen 1866-1886 insgesamt 1000 LöwInnen, 400 TigerInnen,
700 LeopardInnen, 1000 BärInnen, 800 Hyänen, 300 ElefantInnen, 26 Nashörner,
mindestens 100,000 Vögel und 10,000e von Affen. Für
die ZuschauerInnen unterschieden sich die Tiersonderlinge in der
Tierschau nicht nennenswert von den menschlichen Sonderlingen im
Abnormitätenkabinett oder in den Anstalten für geistig Behinderte. Es
war ein Zeitalter, in dem Geisteskrankheit öffentlich für Geld zur
Schau gestellt wurde. In den Anstalten waren die oftmals kalten und
feuchten käfigähnlichen Räume kaum mit mehr als Stroh und einem Brett
ausgestattet, auf dem die „PatientInnen“ schliefen. Und die gefährlicheren
unter ihnen waren oft angekettet. „Verrückte“ wurden nicht als
vollwertige menschliche Wesen behandelt, sondern man ordnete sie mit all
ihrer Fremdheit eher der Tierwelt zu. Und so wie die BesucherInnen die
Insassen der Anstalten anstachelten und provozierten, so taten es auch
die BesucherInnen der Tierschauen mit den nicht-menschlichen Tieren. Eine
besondere Form des Zirkus in den USA war die Wild-West Show. Die
IndianerInnen wurden dabei – wie die anderen Tiere – als Kuriositäten
ausgestellt. Der stolze Indianer wie der stolze Tiger mußten nun in
Paraden von Stadt zu Stadt ziehen, nicht länger mehr eine Bedrohung der
Weißen, sondern als Zeichen der Überlegenheit der „weißen Rasse“.
Der Wilde und das wilde Tier – zwischen beiden wurde praktisch kaum
unterschieden, auch nicht in der christlichen Religion, die sie beide
als seelenlos einstufte. Unter
der größer werdenden Konkurrenz mit anderen Zirkusnummern mußten den
Tieren immer verrücktere Sachen beigebracht werden. So wurde 1846 ein
Elefant präsentiert, der am Hochseil ging, 1853 stand der erste Elefant
Kopf, kurz danach fuhren sie Fahrrad, spielten Posaune, machten einen
einarmigen Handstand und wurden als Menschen gekleidet. Am 15. September
1885 wurde sogar ein Zusammenstoß zwischen einem Elefanten und einer
Dampflokomotive vorgeführt, um zu sehen, ob Technik oder Naturgewalt
obsiegt. Die Lokomotive entgleiste und der Elefant starb – seine Überreste
wurden dann im „Museum of Natural History“ in New York ausgestellt. Die
größten Zirkusunternehmen der neueren Zeit in Europa gehören den
Zirkusdynastien Chipperfield, Knie und Krone, wobei sowohl Chipperfield
als auch Knie jeweils zwei Zirkusse besitzen. Knie z.B. spaltete sich
erst 1993 in den schweizer und den österreichischen Nationalzirkus auf.
Die Gebrüder Knie führten auch 1965 die erste kommerzielle
Delphinvorstellung auf dem europäischen Festland ein, nämlich im
sogenannten „Kinderzoo“ in Rapperswill in der Schweiz. Der
Druck besonders Kurioses in Zirkussen zu zeigen ist heute so aktuell wie
eh und je. So gibt es gezüchtete SuperexotInnen wie die 40 weißen
TigerInnen der Hawthorne Circus Corporation aus Illinois, USA. Oder der
Zirkus Knie, der 1987-89 ein Breitlippennashorn präsentierte, das in
der Manege mit einem Tiger auf dem Rücken herumgaloppieren mußte. Und
die Ringling Brothers in den USA zeigten noch 1984 vier Ziegen, denen
man operativ ein Horn auf der Stirnmitte eingepflanzt hatte, als „Einhörner“. Die
Tiere werden auch heute noch mißhandelt, um für die Vorführungen in
der Arena gefügig zu sein. Als die SchimpansInnenforscherin Jane
Goodall und ihre HelferInnen begannen, SchimpansInnen von
SchaustellerInnen und TrainerInnen zu konfiszieren, die ihre Tiere mit
gummierten Bleiknüppeln zur Folgsamkeit geprügelt und mit brennenden
Zigaretten gequält hatten, stellten sie bald fest, wie manche der
beschlagnahmten Jungtiere manchmal über Wochen all die schwerwiegenden
Symptome des Drogenentzugs durchmachten. ElefantInnen
werden wegen ihrer Größe und Kraft besonders oft geschlagen, um unterwürfig
zu sein. Der Maler Hans Falk beobachtete 1978 im Zirkus Knie die ersten
Dressurlektionen der jungen Elefantin Malayka: „Sie brachten ihr einen
Balanceakt bei, wobei sie über eine Holzplanke laufen mußte. [...]
Aber die Elefantin weigerte sich – sie hatte Angst. Nach einiger Zeit
verloren Louis Knie und seine Helfer die Geduld und benutzten einen
Stock mit einem Metallhaken am Ende. [...] Sie schlugen dem Tier auf die
Füße, bis sie bluteten.“ „Wegen
der Kälte in den Ställen und den ständigen Schlägen“, erklärt der
ElefantInnenexperte Fred Kurt, „können viele Elefanten in Zirkussen
mit ihren Rüsseln nicht einmal mehr trinken oder fressen [...]. Und
doch werden diese Tiere immer noch bei Vorstellungen eingesetzt.“ Eines
der obersten Gesetze im Zirkus ist, daß einE DompteurIn es sich nicht
leisten kann, einem ungehorsamen Tier nachzugeben; er/sie muß jederzeit
seine Position als MeisterIn wahren. Fred Kurt berichtet von einem
Erlebnis beim Zirkus Knie, bei dem der Wärter einem widerspenstigen
Elefanten gegenüber begann, seinen Elefantenstock zu schwingen und die
dicke doch sensible Haut des Elefanten zu malträtieren. Da fingen die
anderen ElefantInnen eineR nach der/dem anderen an, mit den Füßen zu
stampfen und mit den Ketten zu rasseln. Dieses Geräusch war so
rythmisch und klang so bedrohlich, daß es einen an den spontanen
Protest von Gefängnisinsassen erinnerte. William Johnson berichtet in
seinem Buch Entzauberte Manege von
einer ähnlichen Situation, in der der darauf angesprochene Wärter erklärte:
„Merken Sie sich’s! Dies hier sind Tiere. Man sollte nicht zu nett
zu ihnen sein. Das verstehen sie nicht. Man muß ihnen zeigen wer der Boß
ist, klar?“ Kürzlich
enthüllte ein Artikel in der italienischen Zeitschrift Nuova
Elettronica, daß man an die Abteilung für Technik des Verlags
herangetreten sei. Es ging um die Entwicklung eines Mikro-Elektroschock
Geräts – zur Dressur von Zirkustieren. Die Zeitschrift erklärte:
„Der Dompteur wollte einen Schaltkreis, der helfen sollte, Tiere zu zähmen.
[...] Wir fühlten uns wirklich betroffen, besonders als wir hörten, daß
von skrupellosen DompteurInnen noch schmerzhaftere Methoden angewandt
werden.“ Solche
Dressurmethoden werden u.a. deswegen notwendig, weil viele Wildtiere aus
der Wildnis oder zumindest aus ganz anderen Verhältnissen zum Zirkus
geholt werden. So hatte der Zirkus Knie z.B. in den Jahren 1987-89 ein
Nashorn im Programm, das in der Wildnis in Kenia gefangen worden war.
Und in den Jahren 1988 – 1990 importierte der Zirkus Knie 4
Elefantenbabies aus Burma. Dabei brüstet sich dieser Zirkus in seiner
gesamten Geschichte (Gründungsjahr 1803) schon 4 ElefantInnen selber
gezüchtet zu haben. Zumindest einer dieser vier mit Namen Lohimi starb
schon nach 3 Jahren 1988 an einer Krankheit. Ein anderer der vier,
Madura, ist schon 1984 eingeschläfert worden, weil er seinen
marokkanischen Wärter in Österreich getötet hatte. Die
Zirkustiere werden durch das dauernde Reisen und den Platzmangel bedingt
natürlich nur auf engstem Raum gehalten. Rolf Knie, der kürzlich
verstorbene Vater des heutigen Zirkusdirektors Louis Knie sen., schrieb
noch 1987 in seinem Buch Elefanten
und Artisten, daß ElefantInnen ohne Ketten das Zelt in Stücke
zerreißen und das Leinen
zerstückeln und auffressen würden. Der englische Zirkusexperte William
Johnson bestätigt: „Solange es den Zirkussen erlaubt ist, Tiere zu
Unterhaltungszwecken in der Welt herumzukutschieren, werden Großkatzen
und Bären in Käfigen untergebracht sein, die klein genug für den
Transport sind, und Elefanten werden den größten Teil ihres Lebens
angekettet verbringen müssen.“ Ein
Anfang der 90er Jahre veröffentlichter Bericht der englischen
Verhaltensforscherin Marthe Kiley-Worthington, Animals
in Circuses, bestätigt, daß TigerInnen und LöwInnen 90 % ihrer
Zeit in Käfigwagen verbringen, daß ElefantInnen die meiste Zeit
angekettet sind und sich nur unter Schwierigkeiten hinlegen können,
und, daß „Tiere, die eine andauernde Abneigung dagegen haben, in die
Manege zu gehen, oder Tiere, die nicht den Beifall der Zuschauer finden
oder sich nicht daran gewöhnen können aufzutreten, getötet werden.“ Durch
die dauernde Mißhandlung der Tiere kommt es immer wieder dazu, daß
Zirkustiere sich wehren. Beim Zirkus Knie z.B. fiel ein Elefant 1979 in
Berlin zwei Wärter an und brach ihnen sämtliche Knochen. Auch der
Elefant Madura des Zirkus Knie hatte genug und tötete im Juni 1984 in
Österreich seinen marokkanischen Wärter. „Das ist nicht die
Ausnahme, sondern passiert regelmäßig im Zirkus“, wie Fred Kurt bestätigt,
„weil die Tiere physisch und geistig gequält werden. Wenn man den
Geist des Tieres bricht, sind solche Anfälle praktisch unvermeidlich. Für
einen ungehorsamen Elefanten gibt es z.B. als Strafe das „Spannen“,
wobei alle vier Beine an Ketten festgemacht werden, und dann werden
seine Vorderbeine nach vorne und seine Hinterbeine nach hinten gezogen.
Ein Elefant, der sich schließlich gegen seinen Dompteur auflehnt, wird
fast immer erschossen.“ Oder die widerspenstigen Tiere werden sogar an
Tierversuchslabore verkauft, wie 1983 dem Zirkus Chipperfield in England
nachgewiesen werden konnte. Eine
Medienanalyse von TierrechtlerInnen ergab, daß zwischen 1990 und 1997
insgesamt 18 Fälle bekannt geworden sind, in denen der Widerstand der
Zirkustiere sogar tödlich für Menschen geendet hat. In
Österreich wurde im Jahr 1996 eine wissenschaftliche Studie im Auftrag
der Wiener Umweltanwaltschaft publiziert, nach der Wildtiere
in Zirkussen nicht artgerecht gehalten werden können! Die
erstarkende österreichische Tierrechtsbewegung begann daraufhin 1997
speziell gegen den Zirkus Knie permanent zu demonstrieren. Bei
den ersten Demonstrationen außerhalb des Zirkus Knie, in
Kitzbühel in Tirol,
attackierten die Zirkusleute den Kameramann der
DemonstrantInnen, schlugen ihn zusammen und schleuderten ihn auf die
verkehrsreiche Straße. Mit lauter Zirkus-Blechmusik wurden die
DemonstrantInnen übertönt. In
Wörgl umringten die Zirkusleute die DemonstrantInnen mit Gejohle und
Gegröle in bedrohlicher Weise, wurden aber durch Polizeipräsenz an
Attacken gehindert. Die vier ElefantInnen wurden dann herausgeführt und
bis auf Zentimeter an die DemonstrantInnen herangetrieben. Dabei stießen
sie das Infomaterial samt dem Tisch um. In
Kufstein rissen die Zirkusleute Fotos vom Infostand, stahlen
Infomaterial, zerstörten Plakate und umringten die DemonstrantInnen
erneut bedrohlich. Erst nach energischer Intervention der
TierrechtlerInnen griff die Gendarmerie ein. Der Zirkusdirektor Louis
Knie drohte den DemonstrantInnen, daß ihnen Schlimmes geschehen werde. In
Innsbruck kam der Zirkusdirektor persönlich heraus und versuchte den
Infostand umzuwerfen und trat einen Demonstranten, worauf er von der
Polizei entfernt wurde. Wieder wurden ElefantInnen gegen die
DemonstrantInnen eingesetzt. In
Knittelfeld in der Steiermark wurden die DemonstrantInnen von
Zirkusleuten attackiert und geschlagen. In Vorarlberg gingen die
Zirkusleute wiederum mit physischer Gewalt sogar auf jugendliche
TierrechtlerInnen los. In Amstetten in Niederösterreich wurden die
DemonstrantInnen mit Traktoren und Wohnwägen bedrängt und an Ihrem
Protest gehindert. Laute Musik sollte die Kundgebung übertönen. In
Purkersdorf bei Wien kam es letztendlich zum Höhepunkt: zunächst griff
ein Zirkusclown einen Tierrechtler während der Demonstration an. Als
sich der Tierrechtler entfernte um weitere Flugblätter aus dem Auto zu
holen, lauerte ihm der Clown im dunklen Park auf und es kam zu einer
sehr ernsten Schlägerei. Der entschlossene Widerstand des Tierrechtlers
vertrieb den Clown letztendlich. In Wiener Neustadt, Wels, Baden, St. Pölten
und anderen Städten wurden die Demos weiter geführt. Selbst eine
Gastvorführung in Rosenheim in Deutschland wurde mit der Hilfe
deutscher TierrechtlerInnen erfolgreich belagert. Einer
der Clowns des Golden Zirkus verließ den Zirkus und informierte die
TierrechtlerInnen über die Zustände. Die Mißhandlung der Bären wurde
dadurch bestätigt, sowie daß die Demos einen großen Effekt auf die
Moral aber auch auf die finanzielle Lage des Zirkus haben. Bei
ihren Gerichtsverhandlungen wurde Mary Chipperfield in klassisch
englischer Manier von hunderten von TierrechtlerInnen empfangen, deren
Wut sie nur mit knapper Not lebend entkam. Obwohl sie vor den
DemonstrantInnen mit Polizeikräften geschützt wurde, gelang es doch
sie zu verletzen und ihr so viele Haare vom Kopf zu reissen, sodaß sie
sich aus kosmetischen Gründen eine Kurzhaarfrisur zulegen mußte. Der
Western Daily Express vom 19. April 1999 berichtete, daß sie niemals so
viele wütende DemonstrantInnen erwartet hätte. Sie sagte der Zeitung,
daß sie so behandelt wurde, als hätte sie einen schrecklichen
Sexualmord [an einem Menschen] begangen. Sie fügte hinzu: „ich war
nahe am völligen Zusammenbruch“. Insgesamt kostete ihr der Prozeß
etwa 2,000,000 Schilling, inklusive ihrer Anwaltskosten und der
Pflegekosten für die anfänglich beschlagnahmten Tiere. Außer Trudy
wurden ihr aber zuletzt alle Tiere wieder ausgehändigt. Im Mai in Wien versuchte der Zirkus Knie mit 3 Rechtsanwälten bei der Versammlungsbehörde zu intervenieren, um die Tierrechtsdemos zu unterbinden. Nach zweimaligen Verhandlungen mit der Behörde, einmal sogar 2 ½ Stunden lang, wurde schließlich entschieden, daß die Tierrechtsdemos wie gehabt stattfinden könnten. Die 3 hochbezahlten Anwälte zogen wutschnaubend ab um ihrem Chef über die Niederlage zu berichten. Naja, wieder 10,000e Schillinge Anwaltskosten beim Teufel! Jedenfalls kündigte der Zirkus Knie weitere zivilrechtliche Klagen an, u.a. eine Klage wegen Geschäftsschädigung. |