Das aristotelische Weltbild wirft seine Schatten noch bis in unsere Zeit. Es ging davon aus, dass die Welt der Vollkommenheit zustrebt, und sich alle einzelnen Exponenten in verschiedenen Stadien der Entwicklung befinden. Die Welt war in Schichten aufgebaut wobei jeweils die untere Schicht danach strebte die Vollkommenheit der jeweils oberen zu erlangen. Unbelebtes strebte danach pflanzlich zu werden, Pflanzen strebten danach Tiere zu werden, Tiere waren unvollkommene Menschen und Menschen unvollkommene Götter. Aus der Wertung die aus diesem Weltbild hervorging wurde kein Hehl gemacht. Im Gegenteil war es die Aufgabe der jeweils minderen Lebewesen den höherstehenden bis in die letzte Konsequenz zu dienen. So waren es "gute" Kriege in denen die Griechen "Barbaren"(= Nicht-Griechen bzw. eben mindere Lebewesen) unterwarfen und versklavten. Und genauso positiv und selbstverständlich wurde die Unterordnung der griechischen Frau unter den "höherentwickelten" griechischen Mann bewertet.
Dieses Modell wurde seinem Prinzip nach von den Scholastikern (Thomas von Aquin, Augustinus) in die Glaubenslehre des christlich-katholischen Weltbildes übernommen. Vor allem auch über diesen Umweg gewann es an Einfluss und behielt diesen auch bis in unsere Zeit.

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