Veganismus und Umwelt
Siehe auch den referenzierten Artikel:
"Wieviel Fleisch erträgt die Welt?"
Ökonomie
Die Fleischproduktion ist energetisch gesehen, die schlechteste Form der
Bodenausnützung. Oder anders gesagt: Für die Produktion von wenig Fleisch wird
sehr viel wertvolles Getreide, das den Menschen direkt ernähren könnte,
an Schlachtvieh verfüttert
500 Hektar Sojabohnen liefern 562 kg verwertbares Protein. 500 Hektar Reis
liefern 469 kg verwertbares Protein. 500 Hektar Mais liefern 505 kg
verwertbares Protein, und 500 Hektar Weizen bringen 520 kg verwertbares
Protein hervor. Verfüttert man nun diese 500 Hektar Sojabohnen, Reis, Mais und
Weizen an Rinder, wie es in Form von Kraftfutter bei uns ja auch übliche Praxis
ist, dann erhält man aus dem „produzierten“ Fleisch lediglich 62,5 kg verwertbares
Protein. 7/8 der verwertbaren Nahrungsenergie geht im Durchschnitt beim Umweg über
den Aufbau eines tierlichen Organismus verloren.
Mit der gleichen Menge an Getreide, die allein in den USA an Masttiere
verfüttert wird, ließen sich auch die derzeit hungerleidenden Menschen weltweit
ausreichend ernähren. Voraussetzung dafür wäre natürlich die Bereitschaft, die
vorhandenen Nahrungsmittelressourcen auch den Hungerleidenden zukommen zu lassen.
Da aber schon jetzt und trotz Fleischproduktion genug Nahrung für alle vorhanden
wäre, ist zu erkennen, dass es an der Bereitschaft gerecht zu verteilen mangelt -
und nicht, wie oft behauptet, an den vorhandenen Nahrungsressourcen.
Harvard-Ernährungswissenschaftler Jean Mayer schätzt, dass durch eine Reduktion
der Fleischproduktion um 10%, soviel weniger Getreide produziert werden könnte,
wie zur Versorgung von 60 Millionen Menschen notwendig ist.
Bemerkenswert ist, dass gemessen an Land, Wasser und Ressourcen, Fleisch das
teuerste und ineffizienteste Nahrungsmittel ist, das man essen kann.
Nur 10 % der Proteine und Kalorien, die an das Vieh verfüttert werden,
werden in Form von Fleisch wieder gewonnen.
Zusätzlich werden noch hunderttausende Hektar bebaubaren Landes von
Vieh benutzt, das als Nahrungsmittel dienen soll.
Kurz gesagt, „Tiernutzung“ zum Zweck der Nahrungsmittelproduktion ist eine enorme Ressourcen - Verschwendung.
Ökologie
Ein immenser Preis, den wir für die Fleischproduktion bezahlen müssen, ist die
gewaltige Verschmutzung und Zerstörung unserer Umwelt – sterbende Flüsse,
sterbende Meere und die berüchtigten Algenteppiche an der Adria und in der
Nordsee sind nur einige wenige der sichtbaren (und spürbaren) Folgen.
Verantwortlich für diese Umweltschäden sind in erster Linien Phosphate
und Nitrate, die von Schweinemästereien, Hühnerbatterien und anderen
Massentierzuchtbetrieben durch die Abwässer in die Flüsse geleitet werden
und somit nicht nur in das Grundwasser, sondern auch ins Meer gelangen.
Eine Expertenkommission fand heraus, dass die Ammoniak-Emissionen der
Güllebehälter von Massentierzuchtbetrieben zu saurem Regen führen und
direkt für ein Drittel des Waldsterbens verantwortlich sind. Außerdem
werden durch die tierlichen Exkremente große Mengen Methangas erzeugt –
dieses steht an sechster Stelle unter den Verursachern des Treibhauseffektes.
Doch nicht nur die Umwelt der Industrienationen ist beängstigend gefährdet.
Multinationale Fleischkonzerne kaufen riesige Landstriche armer Länder der
Dritten Welt auf. So werden die kleinen Bauern, die dort die Grundnahrungsmittel
für die lokalen Bedürfnisse anbauen, direkt oder indirekt zugunsten von
Hybrid-Monokulturen für den Export –als Tierfutter für die Weltmetropolen –
verdrängt.
Die Regenwälder werden durch gigantische Rodungsmaschinen abgeholzt oder
einfach angezündet – „Brandrodung“. Wer nicht rechtzeitig evakuiert wird
oder flüchten kann, verbrennt – das ist das Schicksal eines Großteils der
artenreichen Tierwelt des tropischen Regenwaldes.
Aber bereits nach wenigen Jahren land- und viehwirtschaftlicher Nutzung hat
die Bodenerosion die dünne Humusschicht des Bodens vollständig abgetragen,
und die Folge ist unfruchtbare Steppe. Auf diese Weise verschwinden und
versteppen allein in Brasilien jährlich Regenwälder mit einer Gesamtfläche
von ca. 250.000 km².Damit aber nicht genug. Die tropischen Regenwälder
bedeckten noch im Jahre 1945 die Erde mit einer Ausdehnung von 16 Millionen
Quadratkilometern. Grüne Pflanzen sind in der Lage, durch Assimilation
Sauerstoff zu erzeugen, und die riesigen Regenwälder werden aufgrund dieser
Fähigkeit auch als die „grüne Lunge“ der Erde bezeichnet – ein Ausdruck,
der die Wichtigkeit dieser Regenwälder als Sauerstoffproduzenten für die
Erde illustriert. Jedoch wurde diese grüne Lunge in den letzten Jahrzehnten
durch die extreme Expansion der internationalen Multis bereits bis auf die
Hälfte völlig zerstört. Tatsachen wie diese haben führende Weltwirtschaftsexperten
(z.B. den Generaldirektor der FAO) – dazu veranlasst, ein Ende der
verschwenderischen Umwandlung von pflanzlicher Nahrung in tierliche
„Produkte“, wie Fleisch, Milch und Eier zu fordern. Eine vernünftige
vegane Ernährungsweise würde entscheidend zu einer Entschärfung vieler
dringender Umweltprobleme beitragen.
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