(Text von der vegan Society über Wasserverschmutzung, Übersetzung VGÖ)

Wasserverschmutzung



Die Landwirtschaft ist die größte Wasserverschmutzerin. Die Zucht von Lebendvieh verschmutzt unser Grundwasser, Ströme und Flüsse direkt mittels Dung und Gülle und indirekt im Wege der Pestizide auf unseren Feldfrüchten.

Die Ernährung von Nutzvieh ist eine der Hauptgründe für die immer stärker werdenden Forderungen nach größerer Futter Produktion. Es wird angenommen, dass heute über 4,5 Mrd. Liter Pestizide jährlich im Vereinigten Königreich Verwendung finden. (1) Die umweltschädlichen Folgen des Verbrauchs von Pestiziden wurden schon sehr deutlich nachgewiesen. Sie können das Leben der Wildtiere beeinflussen - von Käfern bis Singvögel - und viele werden als schädlich für die menschliche Gesundheit vermutet.

Trotzdem sind Pestizide nur ein Teil des Problems. Das Departement für Umwelt, Ernährung und landwirtschaftliche Angelegenheiten (DEFRA) nimmt an, dass jährlich britische Landwirte ca. 80 Mio. Tonnen Tierkot /Gülle über die Felder streuen. (2) Milchkühe produzieren 57 l Exkremente täglich. (3) Die weltweite Abfallmengen aus den industrialisierten Nutztierhaltungssystemen wird auf etwa 8 Mrd. Tonnen jährlich geschätzt. Die Anzahl solcher industrialisierten Systeme wächst jährlich um 4%, eine Rate, welche den Gesamtabfall aus industriellen Systemen alleine bis zum Jahr 2020 auf 20 Mrd. Tonnen erhöhen wird. (4) Da industrialisierte Nutztierhaltungssysteme in zunehmendem Maße von dem Land auf dem Feldfrüchte wachsen entfernt werden, wird ein Großteil dieses Abfalls nicht einmal mehr diesem Land in der Form von Dünger zurückgegeben. Seine Lagerung und Entsorgung stellen ein bedeutendes Umweltrisiko dar.

Tiergülle kann eine bis zu 100 Mal größere Verschmutzung verursachen als rohe unbehandelte Haushaltsabwässer. Sehr viel schlimmer ist der Abfluss aus Silage (die Flüssigkeit aus der Herstellung von Gärfutter, welche bei der Konservierung von unreifen Ernteprodukten entsteht, damit diese als Futter verwendet werden können) – ihre Verschmutzungswirkung ist bis zu 200 Mal stärker. (5)

Dung enthält hochgradig Stickstoff und Phosphor. Diese Elemente können leicht ins Grundwasser durchsickern und im Weiterfließen Seen und Wasserstraßen verschmutzen, wo sie das Wachstum von Algenblüten fördern. Diese wiederum verhindern das Einstrahlen von Sonnenlicht und fördern Bakterien, die das Wasser seines Wasserstoffs berauben und dabei - im ärgsten Fall - den gesamten Fischbestand umbringen, wie auch die Gesundheit anderer Tiere der Umgebung in Gefahr bringen. Dieser Prozess ist bekannt als Eutrophierung und die Landwirtschaft ist deren Hauptursache.

Gülle, welche aus Dünger und Urin hergestellt wird, enthält hochgradiges Ammoniak, das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen kann und zum sauren Regen beiträgt, wobei der Wasser- und Luftqualität zusätzlich geschadet, und somit zum Verlust der Biodiversität beitragen wird. Von den 208,000 Tonnen Ammoniak, welche 1993 in den Niederlanden ausgeschieden wurden, wird angenommen, dass 181.000 Tonnen vom Dünger stammen. (6) Gemäß Auskunft der Umweltagentur leiden 5% der britischen Standorte von speziell wissenschaftlichem Interesse an Übersäuerung.

(1)The Soil Association <www.soilassociation.org>

(2)DEFRA, 'Farm Waste and Manures' www.defra.gov.uk/environ/pollute/farmwaste.htm, accessed 29/1/03

(3)J R Archer & R J Nicholson, 'Liquid Wastes from Farm Animal Enterprises,' Farm Animals and the Environment, C Phillips and D Piggins, (eds) CAB International,1992.

(4)C. de Haan Livestock production and sustainable use of the global natural resource base, op cit.

(5)DEFRA, 'Farm Waste and Manures' www.defra.gov.uk/environ/pollute/farmwaste.htm, accessed 29/1/03

(6)C. de Haan, H. Steinfeld & H. Blackburn, 'Livestock and the Environment: Finding a Balance' FAO, USAID, World Bank, 1998

(7) Environment Agency, The State of the Environment of England and Wales: Fresh Waters, 1998