Gerechte Besteuerung für pflanzliche Milchprodukte gefordert! | Vegane Gesellschaft Österreich

Gerechte Besteuerung für pflanzliche Milchprodukte gefordert!

20.07.2015

Vegane Gesellschaft Österreich und GR-Kandidat Bohrn Mena für ein Ende der künstlichen Unterscheidung in Lebensmittel und Getränke

Wien (OTS) - Für Mandel-, Soja- oder Reismilch müssen Konsument_innen bislang doppelt so viel Umsatzsteuer bezahlen wie für Kuhmilch. Das ist dem Umstand geschuldet, dass Kuhmilch als Grundnahrungsmittel (10% USt), Pflanzenmilch jedoch als Getränk (20% USt) eingestuft wird. Diese Differenzierung trifft nicht nur die Geldbeutel von bis zu 2,5 Millionen Menschen in Österreich, die aufgrund von Laktose-Unverträglichkeit oder einer veganen Lebensweise gänzlich auf Tiermilchprodukte verzichten, sondern auch die weiteren drei Millionen Österreicher_innen, die aus anderen Gründen regelmäßig zu Pflanzenmilch greifen.

Die finanzielle Mehrbelastung der Österreicher_innen aufgrund dieser Unterschiede in der Besteuerung beläuft sich auf rund elf Millionen Euro jährlich - allein bei Sojamilch, die nicht einmal die Hälfte der konsumierten Pflanzenmilchsorten ausmacht. Tendenz stark steigend, verzeichnen doch pflanzliche Milchalternativen seit Jahren kräftige Zuwachsraten.

„Es kann nicht sein, dass Menschen bestraft werden, die aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden zu Kuhmilch-Alternativen greifen müssen. Man darf die Augen hier nicht aus agrarpolitischen Gründen oder wegen des Drucks von Interessensgruppen verschließen. Im Sinne der Millionen von Menschen in Österreich, die auf Alternativen angewiesen sind oder diese aus ethischen oder ökologischen Gründen gerne konsumieren, verlange ich eine Gleichstellung der Steuersätze und ein Ende dieser künstlichen Differenzierung“, so Sebastian Bohrn Mena, Wiener SPÖ-Gemeinderatskandidat, der sich politisch für die Förderung einer pflanzlichen Ernährung einsetzt.

Eine Vielzahl von Gründen verlangt, dass der Konsum von pflanzlichen Lebensmitteln durch eine steuerliche Anpassung gefördert wird. Neben allergiebedingten Vorteilen ist pflanzliche Milch generell gesundheitsfördernd, da ohne gesättigte Fettsäuren und Cholesterin auskommt. Zudem ist sie besser für Tiere und Umwelt, wenn man bedenkt, dass die Herstellung von einem Liter Kuhmilch ein Vielfaches an Ressourcen gegenüber dem pflanzlichen Pendant verbraucht.

Die Vegane Gesellschaft Österreich hinterfragt schon seit Jahren diese Steuer-Diskriminierung. Auch im Landwirtschaftsministerium häufen sich kritische Stimmen: In einem ORF-Report mit dem Titel ‚Fleischland Österreich‘ vom 18.3.2014 zeigte sich Adolf Marksteiner, Verantwortlicher für Marktpolitik der Landwirtschaftskammer, gegenüber der steuerlichen Differenzierung überrascht, denn „Sojadrink ist eigentlich ein Lebensmittel und müsste den Lebensmittelsteuersatz haben.“ „Das sehen wir ganz genau so!“, pflichtet ihm Felix Hnat als Obmann der Veganen Gesellschaft bei.

Die Vegane Gesellschaft Österreich und GR-Kandidat Sebastian Bohrn Mena fordern daher die politisch Verantwortlichen auf, die steuerliche Gleichstellung von Kuhmilch und Pflanzenmilch umzusetzen und kündigen eine entsprechende Unterschriftenaktion für den Sommer an.

Rückfragen & Kontakt:

Vegane Gesellschaft Österreich
Obmann Felix Hnat
presse@vegan.at

Sebastian Bohrn Mena
Kandidat zum Wiener Gemeinderat
sebastian@bohrn-mena.at