Geringe Säurelast schützt vegane Knochen | Vegane Gesellschaft Österreich

Geringe Säurelast schützt vegane Knochen

05.04.2016

Trotz ihres geringen Gehalts an Kalzium und Protein treten eine niedrige Knochenmineraldichte und Osteoporose bei pflanzlicher Ernährung nicht häufiger auf als bei omnivorer. Ein in der medizinischen Fachzeitschrift „Swiss Medical Weekly“ kürzlich veröffentlichter Artikel befasst sich mit der Frage, welchen Einfluss die Säurelast der Ernährung dabei spielt. Hierfür wurde die neuere wissenschaftliche Literatur seit 2000 analysiert, die sich mit dem Einfluss vegetarischer und veganer Ernährung auf die Knochengesundheit beschäftigen. Ihr Ergebnis: Die Knochen vegetarisch und vegan lebender Menschen werden durch die niedrige Säurelast in der Ernährung geschützt.

Niedrige Kalziumaufnahme bei veganer Ernährung

Eine vegane Ernährung weist in der Regel einen niedrigen Gehalt an Kalzium, Vitamin D und Protein auf. Da diese wichtige Bausteine für die Knochen sind, wird einer pflanzlichen Ernährung häufig ein erhöhtes Risiko für eine niedrige Knochenmineraldichte und Osteoporose nachgesagt. Zu unrecht: Zwar nehmen vegan lebende Menschen tatsächlich häufig weniger als 800 mg Kalzium auf, was bei einer klassischen westlichen Ernährung bereits als niedrig gilt. Dennoch treten weder eine niedrige Knochenmineraldichte noch Osteoporose bei vegetarischen Ernährungsformen häufiger auf als bei omnivoren. Eine Ausnahme stellen Veganer_innen nur dann dar, wenn sie eine ganz besonders niedrige Kalziumaufnahme von unter 525 mg pro Tag aufweisen. Festzuhalten ist zudem, dass der Kalzium- und Proteinbedarf mit Gemüse gedeckt werden kann, sofern Sorten mit hohem Eiweißanteil und gut verfügbarem Kalzium gewählt werden.

Hohe Aufnahme an Obst und Gemüse

Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass eine hohe Aufnahme an Obst und Gemüse mit einer hohen Knochenmineraldichte in Verbindung steht. Teilweise kann dieser positive Effekt mit dem hohen Gehalt an Kalium erklärt werden, der sich wiederum positiv auf das Kalzium auswirkt.

Der Einfluss der Säurelast auf die Knochengesundheit

Die Säurelast einer „Western Style Diet“, also einer Ernährung mit Fleisch, wie sie auch in Österreich üblich ist, beträgt 50 – 70 Milliäquivalent Säure pro Tag. Diese muss durch eine erhöhte Knochenresorption gepuffert werden, was bedeutet, dass Knochen abgebaut wird. Eine besonders säurebildende Wirkung haben schwefelhaltige Aminosäuren, die viel in Fleisch vorkommen. Alkalisierende Lebensmittel stimulieren hingegen die Knochenbildung. Alkalisierend wirken insbesondere kaliumreiche Lebensmittel, also die meisten Obst- und Gemüsesorten. Die Gesamtsäurelast vegetarischer und veganer Ernährung ist sehr niedrig oder sogar nicht vorhanden.

Schlussfolgerung der Studie

Trotz ihres niedrigen Gehalts an Protein und Kalzium ist die Knochengesundheit vegetarisch und vegan lebender Menschen durch eine niedirge Säurelast geschützt. Dies könnte einen wesentlichen Faktor in der Prävention von Osteoporose darstellen.

Kalziumreiche Lebensmittel
Der Kalziumbedarf kann mit pflanzlichen Lebensmitteln problemlos gedeckt werden.

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