Versuchstiere brauchen jetzt unsere Hilfe! | Vegane Gesellschaft Österreich

Versuchstiere brauchen jetzt unsere Hilfe!

12.12.2015

Eine ethisch motivierte vegane Lebensweise ist darum bemüht, alle Formen der Ausbeutung und Gewalt an Tieren zu vermeiden. Dies schließt auch Tierversuche ein. Deshalb werden Produkte nur dann mit veganen Labels wie dem V-Label oder der Veganblume lizenziert, wenn sie ohne den Einsatz von Tierversuchen hergestellt wurden.

Stofftiere
Stofftiere auf einer Protestaktion für die Tierversuchsverordnung

Weil bis zum Ende des Monats allerdings die Verordnung zum 2012 erkämpften nationalen Tierversuchsgesetz beschlossen sein muss und der zur Begutachtung veröffentliche Verordnungsentwurf in der Praxis keine Chance bieten würde, selbst die unsinnigsten, brutalsten Tierversuche aus ethischen Gründen zu untersagen, brauchen Versuchstiere in Österreich noch dieses Monat deine Hilfe.

Bitte hilf mit, Minister Mitterlehner zu überzeugen:

  • Schreib ihm ein E-Mail an reinhold.mitterlehner@bmwfw.gv.at und bitte ihn um eine Verordnung, die es tatsächlich ermöglicht, dass Tierversuche auch aus ethischen Gründen abgelehnt werden können!
  • Selbstverständlich sind auch Briefe an Reinhold Mitterlehner, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Stubenring 1, 1010 Wien wirkungsvoll. (Einen Textvorschlag kannst du unter vgt.at/tierversuche finden.)
  • Der Minister kann auch über seinen Twitter-Account kontaktiert werden.
  • Sende ein Foto von dir mit einem (Stoff-)Tier und einer gut lesbaren Botschaft an den Minister an franz.gratzer@vgt.at, damit es in das entsprechende Facebook Protest-Album des VGT aufgenommen werden kann!
  • Erzähle andern davon und motiviere sie dazu, mitzumachen! Je mehr Menschen sich jetzt an den Minister wenden, umso eher können wir ihn bewegen, doch noch eine Verordnung zu erlassen, die tatsächlich möglich macht, was das ursprüngliche Ziel des Gesetzes ist: Zumindest ethisch völlig unvertretbare Tierversuchsanträge müssen abgelehnt werden können.

Hintergrund

Das Wissenschaftsministerium hatte zur Entwicklung eines Fragenkatalogs für die ethische Überprüfung von Tierversuchsanträgen drei Jahre lang Expert_innen des Messerli-Forschungsinstituts der Universität Wien finanziert und verschiedenste Stakeholder_innen in diesen Prozess eingebunden. Soweit war das ein mustergültig demokratischer Prozess.

Leider hat Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner dann allerdings nicht diesen mühsam zwischen allen Interessensgruppen erarbeiteten Kriterienkatalog für die Evaluierung von Tierversuchen als Verordnungsvorschlag zur Begutachtung veröffentlicht, sondern einen völlig anderen, minimalistischen Fragenkatalog mit nur neun statt einhundert Fragen, deren Antworten in den Tierversuchsanträgen noch dazu keine verpflichtend überprüfbaren Belege brauchen. Verschlimmernd kommt hinzu, dass ein großer Teil aller Tierversuche in diesem Entwurf grundsätzlich von jeder ethischen Überprüfung ausgenommen wird.

Einige Expert_innen, die in die Entwicklung des ursprünglichen Kriterienkatalogs involviert waren, kritisieren den zur Begutachtung veröffentlichen Vorschlag sogar als wirkungslos und gesetzeswidrig.

Obwohl in Österreich bisher nicht einmal die groteskesten Tierversuchsanträge abgelehnt werden, antwortet Minister Mitterlehner auf diese Kritik, dass Österreich im Versuchstierschutz ohnehin schon eine „Vorreiterrolle“ in der EU hätte. Er betont, dass es bereits genügend Gelegenheit zur Mitgestaltung gegeben hätte, obwohl das Resultat dieser Mitarbeit in einer Schublade verschwunden ist und stattdessen ein ganz anderer Vorschlag veröffentlicht wurde. Zusätzlich war der Minister seither nicht bereit, Vertreter_innen des Tierschutzes zu einem Gespräch zu empfangen.

Der ursprüngliche über Steuergelder finanzierte Kriterienkatalog vom Messerli-Forschungsinstitut würde es erstmals in Österreichs Geschichte erlauben, dass ethische Erwägungen bei der Kontrolle von Tierversuchen eine Rolle spielen. Über ein objektives numerisches Bewertungssystem würde die ethische Beurteilung von Tierversuchen unabhängig reproduzierbar und nicht mehr von der Einschätzung einzelner Personen abhängen. Im Gegensatz zum völlig unerwartet veröffentlichten aktuellen Verordnungsentwurf waren in die dreijährige Entwicklung des Messerli-Kriterienkatalogs auch alle Interessensgruppen eingebunden.

Laut einer repräsentativen IFES-Umfrage aus dem Jahr 2012 wollen 85 Prozent der ÖsterreicherInnen ein strenges Tierversuchsgesetz.

Bitte mach den Tieren, die unter Versuchen leiden müssen, ein kleines Weihnachtsgeschenk, indem du mithilfst sie zu schützen!