Vegane Verpflegung in Schulen und Kindergärten | Vegane Gesellschaft Österreich

Vegane Verpflegung in Schulen und Kindergärten

03.10.2017

Immer mehr Menschen ernähren sich aus ethischen, ökologischen und/oder gesundheitlichen Gründen rein pflanzlich und wollen diese nachhaltige Ernährungsform auch an ihre Kinder weitergeben. Eine abwechslungsreiche, vegane Kost ist für Kinder geeignet und gut umsetzbar – zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis – sobald der Nachwuchs Kindergarten und Schule besucht – wird die Verpflegung mit rein pflanzlichen Lebensmitteln aufgrund des fehlenden Angebots und/oder Willens der pädagogischen Einrichtungen oft schwierig. Wir haben Eltern von veganen Kindern, die eine Schule oder einen Kindergarten mit Ganztagsbetreuung besuchen, gefragt, wie einfach oder schwierig sich die Verpflegung gestaltet.

Teilnahme an der Gemeinschaftsverpflegung

Knapp über die Hälfte der befragten Eltern (n=155) gab an, dass ihre Kinder ein veganes Lunchpaket von zu Hause mitbekommen. Die restlichen Kinder werden von den pädagogischen Einrichtungen versorgt, wobei nur 6 % ein veganes Menü bekommen. Jedes vierte Kind konsumiert die vegetarische Option und etwa 16 % essen vorwiegend Beilagen und Salat. Ungerechtfertigterweise müssen knapp 30 % der Eltern den Essensbeitrag für ihr Kind bezahlen, obwohl das Essen von daheim mitgebracht und somit das kulinarische Angebot im Kindergarten bzw. in der Schule nicht in Anspruch genommen wird.

Geringes Entgegenkommen von der Direktion

Nur jede neunte Person fühlt sich von der Direktion bezüglich der Ernährung ihres Kindes unterstützt. Der überwiegenden Mehrheit – etwa 70 % der Eltern – wurde mitgeteilt, dass eine vegane Mittagsmahlzeit keinesfalls möglich sei und dass Essen von zu Hause mitgebracht werden muss. Etwa jedem fünften Elternteil wurde verboten Speisen mitzubringen. Als Begründung wurden hygienische Bedenken und/oder organisatorischer Mehraufwand genannt. Etwa neun von zehn Eltern sehen eine fehlende vegane Verpflegung nicht als Grund an, sein Kind in eine andere Schule oder einen anderen Kindergarten zu geben. Jedoch 7 % suchten nach einer Einrichtung mit veganer Verpflegung und 4 % entschieden sich für eine Einrichtung ohne Ganztagsbetreuung.

Nur jedes fünfte Elternteil fühlt sich respektvoll behandelt

Ernüchternd sind die Antworten auf die Frage, wie sich die Eltern nach der Forderung nach veganer Verpflegung gefühlt haben. Nur 17 % fühlten sich mit Respekt und Verständnis behandelt und schätzten das entgegenkommende Verhalten der Direktion. Vier von zehn Eltern bezeichnen die Reaktion der Schul- bzw. Kindergartenleitung als abwertend, herablassend oder diskriminierend. Der Rest ist der Meinung, dass ihr Anliegen zumindest sachlich und objektiv behandelt wurde.

Einsatz für eine vegane Option

Die Vegane Gesellschaft Österreich hat vor einem Jahr das Projekt “Vegane Option” gestartet und verfolgt das Ziel, in öffentlichen Einrichtungen, wie eben Schulen und Kindergärten, eine verpflichtende Versorgung mit veganen Speisen zu erwirken. Dass eine vegane Ernährung für alle Lebensphasen geeignet ist, betonen immer mehr Ernährungsorganisationen. Wir geben eine Übersicht über die vegane Ernährung von Kindern und klären auf, welche besonderen Ernährungsbedürfnisse sie haben.