GALLUP-Umfrage zeigt, dass die österreichische Bevölkerung gegen das geplante EU-Haferdrinkverbot ist

GALLUP-Umfrage zeigt, dass die österreichische Bevölkerung gegen das geplante EU-Haferdrinkverbot ist

19.04.2021

GALLUP-Umfrage zeigt, dass die österreichische Bevölkerung gegen das geplante EU-Haferdrinkverbot ist

Die Vegane Gesellschaft Österreich hat bei GALLUP eine objektive und repräsentative Meinungsumfrage in Auftrag gegeben. An dieser Stelle ein großes Danke an unsere Unterstützer_innen, die das finanziell ermöglicht haben! Das Ziel war herauszufinden, wie die Bevölkerung zu der geplanten Verschärfung des Bezeichnungsschutzes für Milch (EU-Haferdrinkverbot) steht, welche diese Woche im Trilog beschlossen werden soll. Außerdem wurde erhoben, ob die EU-Pläne sinnvoll sind oder nur für noch mehr Verwirrung sorgen würden.

Ist das Wissen der Konsument_innen wirklich so schlecht, wie die Milchlobby sagt?
Eines der Hauptargumente der Kuhmilchlobby ist, dass eine Verwechslungsgefahr zwischen Haferdrink und Milch besteht, weil die Konsument_innen unabsichtlich Haferdrink statt Kuhmilch kaufen könnten. Abgesehen davon, dass sämtliche Konsument_innenschutzorganisationen wie auch die AK, der VKI und der Verbraucherschutzverein.at von keinem einzigen solchen Fall einer Verwechslung wissen, wurde dies in der Umfrage mit folgenden Ergebnissen abgefragt:

  • Nur 5 % der Menschen denkt, dass in einer veganen Joghurtalternative auf Haferbasis tatsächlich Kuhmilch enthalten ist.


     
  • Nur 6 % der Menschen denken, dass eine pflanzliche Käsealternative Kuhmilch enthält.

  • 36 % der Menschen sind der Meinung, dass andere Verbraucher_innen verstehen, dass „pflanzliche Alternativen“ auf pflanzlicher Basis produziert werden. 44 % sind derselben Meinung, wenn dies auf der Packung klar kommuniziert wird. Nur 10 % denken, dass Verbraucher_innen in jedem Fall davon verwirrt sein könnten.


     

 

Wie verwirrend finden die Menschen den bestehenden Bezeichnungsschutz für Milch?
Auch den bestehenden Bezeichnungsschutz für Milch finden die allermeisten Menschen verwirrend. Zur Erinnerung: Hafermilch darf im Supermarkt nicht als „Milch“ bezeichnet werden, deshalb werden sie als „Haferdrinks“ verkauft. Das Problem ist aber, dass die Mehrheit die bestehende Regelung nicht durchschaut:

  • 52 % der Menschen denken, dass es legal ist, Haferdrink im Supermarkt als Hafermilch zu bezeichnen. Nur 15 % wissen, dass es illegal ist.


     
  • Erdnussbutter ist eine gesetzliche Ausnahme und darf auch momentan als Erdnussbutter verkauft werden. Allerdings wissen 43 % der Menschen nicht, dass sie aus Erdnüssen besteht.


     

Was ist die Meinung der Bürger_innen zu den geplanten Änderungen?

  • Das geplante „Tetrapakverbot“ für Haferdrink lehnt die Mehrheit der Menschen ab (62 %), nur 26 % sind dafür.



     
  • Das geplante „Haferdrinkbilderverbot“ lehnen 66 % ab, nur 20 % sind dafür.