Tierversuchsfreie Forschung – Universität für Weiterbildung Krems gewinnt Preis

Tierversuchsfreie Forschung – Universität für Weiterbildung Krems gewinnt Preis

16.11.2023

Zusammen mit seinem Team entwickelte Dr. Stephan Harm von der Universität für Weiterbildung Krems ein innovatives Blutgefäßmodell, das völlig ohne tierische Versuche auskommt. Dafür wurde ihm nun der Herbert-Stiller-Preis des Vereins Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) verliehen!

Herbert-Stiller-Preis
Dr. Dilyana Filipova und Dr. Corina Gericke (beide ÄgT), Preisträger Dr. Stephan Harm, Univ.-Prof. Dr. Viktoria Weber. Quelle: Universität für Weiterbildung Krems

Das Modell

Mit Hilfe von menschlichen Nabelschnüren möchte Dr. Stephan Harm ein völlig neues Blutgefäßmodell entwickeln. Nabelschnurstücke beinhalten intakte Venen und Arterien, die mehrere Wochen am Leben gehalten werden können. Die Forscher:innen wollen damit eine sogenannte „Blutgefäßkammer“ bauen – damit könnten künftig verschiedene Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen erforscht werden. Der Fokus liegt auf der Untersuchung der Heilungsprozesse bei beschädigten Blutgefäßen und der Erforschung von Blutvergiftungen (Sepsis). Laut der wissenschaftlichen Referentin von ÄgT bietet dieses Modell das Potenzial, bessere Medikamente zu entwickeln, Patient:innen zu helfen und gleichzeitig Tierversuche zu vermeiden. Die Verwendung einer Nabelschnur ist nur mit der Verfügbarkeit eines gültigen Ethikvotums sowie der Einwilligung der Mutter zulässig. Letztere wird umfassend darüber informiert, wofür die Nabelschnur verwendet wird. Die Übergabe der Nabelschnur erfolgt anonym und ohne jegliche Auskunft über Daten der Patient:innen.

Der Herbert-Stiller-Preis

Benannt nach einem Pionier der tierversuchsfreien Forschung, verleiht der Verein ÄgT jährlich zweimal den Herbert-Stiller-Preis an besonders relevante und innovative biomedizinische Projekte, für die ohne Tierversuche geforscht wird. Die mit 20.000 € dotierten Preise werden durch Sponsor:innen finanziert. Der zweite Preis wurde dieses Jahr an Dr. Peter Loskill von der Eberhard Karls Universität Tübingen verliehen, der das Brustkrebs-auf-dem-Chip-Modell entwickelte. Dieses könnte künftig bei der Testung von Krebsmedikamenten und -therapien helfen. Wir gratulieren beiden Teams!