Die Vegane Gesellschaft kämpft für eine faire Besteuerung von Pflanzenmilch im Parlament

Die Vegane Gesellschaft kämpft für eine faire Besteuerung von Pflanzenmilch im Parlament

29.01.2024

Pflanzenmilch ist in aller Munde – und wird inzwischen sogar im österreichischen Parlament diskutiert. Auch die Vegane Gesellschaft war mit Obmann Felix Hnat im Petitionsausschuss zum Thema pflanzliche Milchprodukte vertreten und sorgte für Aufmerksamkeit. Wie kam es dazu?


VEGAN.AT-Obmann Felix Hnat (zweiter von links) mit den Abgeordneten Ulli Fischer, Faika El-Nagashi und Ralph Schallmeiner (von links)
Foto: Karo Pernegger

Die Bezeichnung „Milch“ für pflanzliche Drinks

Pflanzenmilch wird immer beliebter, dennoch darf sie laut EU-Gesetzgebung nicht als Milch bezeichnet werden. Vielleicht auch gerade deswegen, denn die konservative Agrarlobby sieht den Höhenflug der pflanzlichen Produkte bei gleichzeitig sinkendem Verbrauch von Milch und Milchprodukten gar nicht gern. Die AGES behauptete zuletzt sogar, der Begriff „mlik“ würde Konsument:innen in die Irre führen, und lieferte der Agrarlobby sogar noch entsprechende Argumente.

Dabei hat eine im März 2023 von GALLUP durchgeführte Umfrage gezeigt, dass fast alle Befragten genau wussten, dass „mlik“ nicht von Tieren stammt. Eine Diskriminierung von pflanzlichen Drinks existiert ohnehin bereits in Form einer höheren Mehrwertsteuer: Pflanzenmilch wird in Österreich mit 20 %, also doppelt so hoch wie Kuhmilch, besteuert.

Petition für Gleichbehandlung pflanzlicher Alternativen

Doch es regt sich auch Widerstand gegen diese unfairen Maßnahmen: Die Grünen brachten mit Ulli Fischer, Sprecherin für Konsument:innenschutz, und Faika El-Nagashi, Sprecherin für Tierschutz, eine Petition ein, die Ende Juni im Parlament behandelt wurde: „Schluss mit der Beschränkung bei der Vermarktung von Pflanzenmilchprodukten“ lautete der Appell.

Felix Hnat, Obmann der Veganen Gesellschaft Österreich, war als Experte in den Petitionsausschuss geladen. „Ich unterstütze die Petition zu 100 %“, betonte er. „Den Konsument:innen geben Produktnamen Orientierung zu Geschmack und Zubereitung, während auf den Packungen gleichzeitig klar ersichtlich ist, dass es sich um pflanzliche Produkte handelt.“

Ulli Fischer wies zudem darauf hin, dass Käufer:innen auch bei Sonnenmilch und Erdnussbutter nicht nur aufgrund der Bezeichnung erwarten würden, dass diese Kuhmilch enthielten – ihre Aussage zeigt, wie absurd die Annahme ist, mündige Konsument:innen würden sich dermaßen leicht in die Irre führen lassen.

Pflanzenmilch: Gut für Mensch, Tier und Umwelt

Pflanzenmilch ist gesund und gut verträglich, hat eine günstige Klimabilanz und ist in jedem Fall die tierfreundlichere Wahl. Das unterstrich auch Felix Hnat im Parlament: „Sojamilch hat eine um 70 % bessere Treibhausgasbilanz als Kuhmilch. Noch besser schaut es bei der Flächen- und Wasserbilanz aus.“ Faika El-Nagashi fügte hinzu, dass eine pflanzenbasierte Ernährung einer der wichtigsten individuellen Beiträge sei, die wir zum Klimaschutz leisten können.

Somit ist es politisch äußerst kurzsichtig, die Vermarktung von Pflanzenmilch gegenüber Kuhmilch dermaßen zu erschweren, anstatt zukunftstaugliche Alternativen am Markt zu fördern. Die Vegane Gesellschaft bleibt dran und setzt sich dafür ein, dass nachhaltige pflanzliche Produkte nicht steuerlich benachteiligt werden.