Die Zukunft liegt in veganer Hand

Die Zukunft liegt in veganer Hand

15.04.2016

In der Semmel, als wärmende Mütze oder als Handtasche - Tierprodukte sind aus dem menschlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Besonders aufgrund der Ernährungsgewohnheiten steigt der Bedarf an Fleisch und Milchprodukten immer mehr an. Doch die Einwirkungen auf die Umwelt sind verheerend und die dadurch verursachten Konsequenzen gehen Hand in Hand. Wälder werden gerodet und Tiere verdrängt, um Platz für den Nutztiersektor zu machen. Das Artensterben und die Umweltverschmutzung sind unaufhaltbar. Doch eine Umstellung auf eine pflanzliche Lebensweise kann diesem Streben entgegenwirken.

Klimawandel

Eines der aktuellsten Themen sind die Treibhausgasemissionen und der dadurch verursachte Klimawandel. Bei den vom Menschen verursachten Treibhausgasen ist die derzeitige Nutztierhaltung für mehr als 18% der Gase verantwortlich und trägt somit zu einem größeren Teil der Erderwärmung bei, als der weltweite Verkehr. Die CO2 Emissionen sind für mehr als die Hälfte des Treibhauseffekts verantwortlich und ein bedenklicher Anteil kommt aus der Tierproduktion. Bei der Herstellung von einem Kilogramm Butter werden 23.800g CO2 ausgestoßen, im Vergleich dazu sind es bei derselben Menge Margarine nur 1350 g. Im Falle von Methan, Lachgas und Ammoniak stammt der überwiegende Anteil der Emissionen aus dem Nutztiersektor. Die Gase werden sowohl direkt von den Nutztieren als auch durch die Verarbeitung von Tierprodukten freigesetzt.

Verlust der Biodiversität

Um weiteren Platz für die Nutztiere und deren Futter zu schaffen, müssen Wälder gerodet und Fläche beansprucht werden. Der Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten wird zerstört und sie werden aus ihrem natürlichen Umfeld verdrängt. Die neuen Umstände machen es unmöglich für die Lebewesen sich anzupassen und sich fortzupflanzen. Die Konsequenz daraus ist vorhersehbar – sie sterben aus. Somit kommt es nicht nur zu einem zahlreichen Artensterben, sondern auch zu einer weltweiten Rodung und Abholzung der Wälder. Das fördert wiederum die Erderwärmung, da die gefällten Bäume kein CO2 mehr binden können und dieses in die Atmosphäre freigesetzt wird. Besonders betroffen ist der Regenwald, der den größten Anteil an unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten beherbergt. Pro Tag verschwinden dort mehr als 130 Arten. Betrachtet man es weltweit sind es mehr als 150 Arten.
Aber auch der Lebensraum Wasser ist betroffen. 90 – 100 Millionen Fische werden jährlich aus dem Meer gefischt, um uns als Nahrungsmittel zu dienen. Dabei werden mehr als 650.000 anderer Tierarten getötet, wie Wale, Delphine oder Seerobben. Pro halben Kilogramm gefangenen Fisch werden mehr als zwei Kilogramm anderer Wassertiere mitgefangen und getötet. Trotzdem ist der Fischhunger so groß wie noch nie und die Überfischung wird zu einem großen Problem der Weltmeere.

Die Ressource Boden wird knapp

Boden ist ein freies aber endliches Gut. Durch unsere Ernährungsweise wird es immer knapper, aber das Bewusstsein die kostbare Ressource zu schützen, ist nach wie vor nicht vorhanden. 70 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche und somit 30 % der gesamten Erdoberfläche nimmt die Tierwirtschaft für sich ein. Hinzu kommt, dass der Boden einer der größten Speicher für Kohlendioxid ist. Durch die Umwandlung des Bodens in Ackerflächen werden Tonnen von gebundenen CO2 in die Atmosphäre freigesetzt. Aufgrund der intensiven Bodennutzung und der hohen Anforderungen, die an den Boden gestellt werden, verschlechtert sich die Bodenfruchtbarkeit und es kann zu Erosion kommen. Die Flächen versiegeln und werden unbrauchbar. Folglich muss weiter gerodet werden, um neuen Platz für die Viehwirtschaft zu schaffen. Flächen gehen verloren, die in Zukunft für Anbauflächen für Nahrungsmittel gebraucht werden könnten. Denn die Weltbevölkerung wächst und mit ihr der Bedarf an Lebensmitteln.

Fleisch „isst“ unser Wasser weg

Die Landwirtschaft hat durchschnittlichen den größten Wasserverbrauch. Das Wasser wird vor allem für die künstliche Bewässerung der Anbauflächen verwendet, aber auch für das Tränken der Nutztiere und für das Reinigen deren Anlagen. Fleisch ist das Nahrungsmittel, welches am meisten Wasser verschlingt. Jedoch auch andere Tierprodukte, wie Eier oder Käse, stehen an oberster Stelle des virtuellen Wasserverbrauchs. Das virtuelle Wasser ist jenes unsichtbare Wasser, welches bei der Herstellung eines Produktes oder einer Dienstleistung verbraucht wird. Betrachtet man das Beispiel eines Kilogramm Rindfleischs, muss der Wasserverbrauch für die Bewässerung der Futterpflanzen, des Trinkwassers und der Reinigung der Anlagen des Tieres mit einbezogen werden. Insgesamt kommt man somit auf einen Wasserverbrauch von 15.000 Liter. Anstelle dieses Kilos könnte man 16 Kilogramm Mais oder 600 Erdäpfel gewinnen. Bei Käse wären es lediglich 3 Kilogramm. Die pflanzliche Ernährung schont also nicht nur Tiere, sondern auch die Wasserressourcen.

Verschmutzung

Sowohl Boden, Luft wie auch Wasser sind von der Verschmutzung der Nutztierhaltung betroffen. 2500 Kühe produzieren ungefähr die gleiche Menge an Abfällen wie 411.000 Menschen. Neben den bereits erwähnten Treibhausgasen stellen Tierexkremente eines der Hauptprobleme der Umweltverschmutzung dar. Sie werden im Übermaß als Gülle auf dem Feld verteilt und bei Regen sickern sie ins Grundwasser oder finden ihren Weg in Seen oder Flüssen. Fischsterben durch einen Nährstoffüberschuss und Nitrat im Trinkwasser sind die Folgen. Doch auch Chemikalien aus Gerbereien, Pestizideinträge, Antibiotika und Hormone, die bei der Tierhaltung zum Einsatz kommen, sind Verursacher der Wasserverschmutzung. Der saure Regen, der aufgrund des freigesetzten Stickstoffs entsteht, führt zu Versauerung der Böden und Gewässer.
Solange es Menschen auf der Erde gibt, wird es den anthropogene Klimawandel und die Umweltverschmutzung geben. Würde man sich vegan ernähren, könnten pro Tag 4.1600 Liter Wasser, 20 Kilogramm Getreide, 3 Quadratmeter Waldfläche und 9 Kilogramm Kohlendioxid Äquivalenz einspart werden. Veganer_innen schützen nicht nur die Umwelt, sondern retten täglich ein Tierleben. Die Umweltprobleme werden nie ganz beseitigt werden können, aber eine pflanzliche Lebensweise ist ein Schritt in eine nachhaltige Zukunft.

Foto: fotolia.com | nito