Schlechte Luft durch Massentierhaltung

Schlechte Luft durch Massentierhaltung

22.02.2021

Im Zuge des EU-Projekts SEFIRA, eines transdisziplinären Forschungsunternehmens zum Thema Luftverschmutzung, wurden in sieben EU-Ländern (Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Schweden) insgesamt 16.000 Menschen zum Thema Luftqualität und Umweltschutz befragt. Es wurden nur Personen ausgewählt, die mindestens viermal pro Woche mit dem Auto oder Motorrad fahren und Fleisch- und/oder Milchprodukte konsumieren.

Massentierhaltung verantwortlich für Umweltverschmutzung

Durch die Forschungsarbeiten im Projekt konnte festgestellt werden, dass als Hauptursache für die Luftverschmutzung nicht länger die Industrie genannt werden kann, da in diesem Bereich die Emissionen wesentlich verringert wurden. Stattdessen ist die industrielle Landwirtschaft mit ihrer immensen Massentierhaltung jener Wirtschaftszweig mit der größten Verantwortung an der Luftverschmutzung. Aber auch die negativen Auswirkungen des Transportwesens und der Verwendung von Holz- und Kohleheizungen auf die Luftqualität dürfen nicht unterschätzt werden.

Stadt mit Rauch und Smog

Landwirtschaftliche Emissionen unsichtbar

Die Umfragen ergaben, dass es aber kaum jemandem bewusst ist, dass die Massentierhaltung einen derartig großen Anteil an der schlechter werdenden Luftqualität hat. Laut Kazepov liegt das auch daran, dass im Gegensatz zu den Emissionen aus Industrierauchfängen und Dieselmotoren die Emissionen der industriellen Landwirtschaft unsichtbar sind. Ein weiteres Problem stelle die starke Lobby in der EU dar, die Gesetze, die etwas an der Situation ändern würden, erfolgreich blockiere.

Geringe Bereitschaft den Lebensstil zu ändern

In sogenannten „Choice Experiments“ wurden die Befragten im Zuge von SEFIRA mit verschiedenen politischen Optionen konfrontiert, aus denen sie die von ihnen bevorzugten auswählen sollten. Trauriger Tenor der Befragung ist, dass der Großteil lieber dazu bereit wäre, höhere Abgaben zu zahlen, als den eigenen Lebensstil zu ändern. Dies mag wohl eventuell auch daran liegen, dass zwar in Österreich und Großbritannien viele Menschen glauben, durch einen persönlichen Beitrag etwas verändern zu können, in anderen Ländern wie Polen aber eher die Meinung vorherrscht, dass Einzelne beim Thema Luftverschmutzung und Umweltschutz wenig beitragen können.

Bewusstseinsschärfung und Eigeninitiative

Weiters weist Kazepov darauf hin, dass die Menschen nicht darauf warten dürfen, dass vonseiten der Politik etwas unternommen wird. Vielmehr müsse sich das Bewusstsein der Menschen für solche Themen verändern, damit sie selbst Schritte zur Veränderung setzen und dies so den politischen Entscheidungsträger_innen vermittelt wird, damit diese aufgrund des Drucks aus der Bevölkerung Veränderungen einleiten müssen.

Foto: fotolia.com | kristo74

Quelle

UNI:VIEW Magazin – Die Luft, die wir atmen

Weiterführende Artikel:

Gülle – stehen wir kurz vorm (Er-)Trinken?

Aktuelle Oxford-Studie belegt: Vegane Ernährung rettet Leben und schützt Klima

Klimawandel - tierisch gut?