Grüne Zahlen: Aktuelles aus der Wirtschaft

Grüne Zahlen: Aktuelles aus der Wirtschaft

16.10.2025

Was tut sich in der pflanzlichen Wirtschaft? Vier Kurzmeldungen aus den letzten Monaten.

links Produkte von Omami, also Kichererbsentofu, in den Sorten Sweet Chili, Black Pepper, Taste Nature, Smokey Twist, Greek Salsa, rechts der Gründer von Warlich Rum mit dem Likör ohne Ei in den Händen
© OMAMI, Warlich Rum

Gebündelte Tofu-Kompetenz

Die New Originals Company mit Sitz in Wien will Europas erste Tofu-Gruppe werden. Dazu kauft das Unternehmen europaweit Werke und bringt nun verschiedene kleinere Marken unter ein Dach – dies ist eine Neuheit am europäischen Markt. Der CEO Matthias Krön erkannte die Stärken der Sojabohne schon vor Jahrzehnten und setzt sich in Österreich seit langem aktiv für deren Etablierung ein. Eine dieser Marken ist omami, die seit 2024 Tofu auf Basis von Kichererbsen herstellt. Mit verschiedenen Geschmacksrichtungen soll laut Hersteller ein Original kreiert werden, das für sich selbst steht und kein simpler Fleischersatz ist. omami.eu

Lidl setzt auf pflanzliches Protein

Neben internen Klimazielen und der Net-Zero-Strategie will der Lebensmitteleinzelhändler Lidl bis 2030 um 20 % mehr pflanzliche Eiweißquellen ins Sortiment aufnehmen. In den letzten Jahren wurde dafür am sogenannten „Protein-Split“ gearbeitet, was bedeutet, dass tierisches Protein vermehrt durch pflanzliche Alternativen bzw. durch Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen ersetzt wird. Wichtig dabei: Lidl kommuniziert Zahlen und Ziele transparent und will auch andere Einzelhandelsunternehmen zu mehr Nachhaltigkeit inspirieren. Näheres unter vegan.at/protein-split!

„Likör ohne Ei“ vor Gericht

Die Bezeichnung „Likör ohne Ei“ klingt zu sehr nach Eierlikör, so der Schutzverband der Spirituosen-Industrie, der gleich eine Unterlassungserklärung ausstellte. Ole Wittmann beziehungsweise das Start-up Warlich habe mit der Bezeichnung gegen geltendes EU-Recht verstoßen. Wittmann wehrte sich und zog vor Gericht. Er betont, dass er bei der Namensgebung  seines rein pflanzlichen Produkts bewusst eine Abgrenzung zu Eierlikör im Sinn hatte – schon auf den ersten Blick sei erkennbar, dass das Getränk vegan ist. Update: Laut dem Urteil vom 28.10.2025 darf das Produkt weiterhin „Likör ohne Ei“ heißen. warlich-rum.de

Einzelhandel mit veganem Rekordabsatz

Gute Nachrichten aus dem österreichischen Lebensmittelhandel: Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung erzählte Nicole Berkmann, Unternehmenssprecherin bei SPAR, dass SPAR Veggie mit einer Absatzsteigerung von 13 % die am stärksten wachsende Eigenmarke ist. Verena Wiederkehr, Head of Plant-Based Business Development bei BILLA, kann sogar ein Wachstum von 23 % bestätigen und Michael Kunz, CEO bei Lidl, spricht im Branchenmagazin REGAL von einem unglaublichen Absatzplus von 80 % bei veganen Artikeln. Diese beeindruckenden Zahlen zeigen, dass pflanzliche Produkte kein Nischentrend, sondern ein fester Bestandteil des österreichischen Einzelhandels mit enormem Zukunftspotenzial sind.

Dieser Artikel ist in unserer VEGAN.AT-Ausgabe 44 erschienen.