Vegaphobie: Ein Hindernis auf dem Weg zur Nachhaltigkeit | Vegane Gesellschaft Österreich

Vegaphobie: Ein Hindernis auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

29.04.2019

Regine Bendl, Giuseppe Delmestri und Petr Kudelka
Vegaphobie: Ein Hindernis auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Artikel in Chancen und Grenzen der Nachhaltigkeitstranformation. Ökonomische und soziologische Perspektiven
Hrsg. Fred Luks
1. Auflage: 2019
Springer Gabler
ISBN 978-3-658-22437-0
235 Seiten (Vegaphobie-Artikel auf S. 201-229)
€ 38,90

Wir stehen vor multiplen ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen. Ob wir heute den Weg zu einer ernstgemeinten nachhaltigen Entwicklung einschlagen und unser Handeln an dem höchsten Nachhaltigkeitsziel – einem guten Leben für alle – orientieren, ist maßgeblich für das (Über-)Leben der heutigen und zukünftigen Generationen. Mit der veganen Lebensweise wird nicht nur ein Zeichen gegen Tierausbeutung gesetzt, sondern sie wirkt sich auch positiv auf Gesundheit und Umwelt aus. Der Konsum von tierischen Lebensmitteln – allen voran Fleisch – ist hingegen maßgeblich an massiven Umweltproblemen, wie Klimawandel, Bodendegradation und Wasserverschmutzung, beteiligt. Doch statt die Entscheidung für eine vegane und nachhaltige Lebensweise zu begrüßen, stehen viele Personen Veganer_innen negativ, teils sogar angriffig und herabwürdigend gegenüber. Diese diskriminierende Haltung wird auch als Vegaphobie bezeichnet. Sie stellt nicht nur eine Belastung für das jeweilige Individuum dar, sondern ist ein Problem von gesamtgesellschaftlicher Relevanz, da sie den Weg zur Nachhaltigkeit maßgeblich erschwert.

Dieses Thema wird im neu publizierten wissenschaftlichen Sammelband „Chancen und Grenzen der Nachhaltigkeitstransformation“ von der Universitätsprofessorin Regina Bendl (WU Wien), dem Universitätsprofessor Giuseppe Delmestri (WU Wien) und unserem Juristen Petr Kudelka aufgegriffen. Die Autor_innen stellen internationale Forschungsergebnisse und konkrete Beispiele der Diskriminierung von Veganer_innen vor. Weiters identifizieren sie kulturelle und soziale Gründe dieser Diskriminierung und präsentieren Lösungsansätze: Da ethischer Veganismus als Weltanschauung anzusehen ist – wie es der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bereits 1993 festgestellt hat – sind Veganer_innen vor Diskriminierung zu schützen. Weiters ist der Veganismus in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Diversitätsdimension geworden. Nicht nur die Wissenschaft beschäftigt sich vermehrt mit dem Veganismus, etwa im Rahmen des Change and Diversity Management, sondern auch zukunftsorientierte und verantwortungsbewusste Unternehmen, die ein attraktiver Arbeitgeber sein wollen, setzen sich vermehrt mit dem Thema auseinander.

Die Problematik der Vegaphobie ist real, jedoch darf eines nicht vergessen werden: Der Veganismus ist zu einer bedeutenden sozialen Bewegung und Lebensweise geworden und heute aus der Nachhaltigkeitsdiskussion nicht mehr wegzudenken!