Klima & Ernährung

Klima & Ernährung

19.04.2021

Die Zukunft auf unserem Teller

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Diet change - not climate change.

Eine pflanzenreiche Kost ist essenziell für eine klimagerechte Zukunft.

Ohne einen Ernährungswandel kann der Kampf gegen den Klimawandel nicht gelingen. Denn unser Konsum ist eng mit der Emission von Treibhausgasen verbunden. Tierliche Lebensmittel zählen hierbei zu einem der stärksten Treiber der Klimakrise und verursachen laut der Welternährungsorganisation FAO 18 % der globalen Treibhausgase – und somit mehr als alle Flugzeuge, Schiffe, Autos und Motorräder weltweit zusammen (1).

Wie wirkt sich die österreichische Ernährung auf den ökologischen Fußabdruck aus?

Der größte Faktor des ökologischen Fußabdrucks entfällt in Österreich auf die Ernährung. Eine Ernährung reich an Tierprodukten beansprucht somit mehr Ressourcen als unser Wohnen, Verkehr und sonstiger Konsum. Eine pflanzliche Ernährung lässt den ernährungsbedingten ökologischen Fußabdruck hingegen stark schrumpfen. Mit unserer derzeitigen Lebens- und Ernährungsweise verbrauchen wir mehr Ressourcen als uns fairerweise zustehen und somit leben wir auf Kosten anderer heutiger und zukünftiger Lebewesen. Denn würde jede:r so leben wie wir in Österreich, würden wir 3,2 Planeten benötigen, um die ökologische Tragfähigkeitsgrenze der Erde nicht zu überschreiten (2). Eine nachhaltige Lebens- und Ernährungsweise ist somit auch eine Frage von sozialer Gerechtigkeit.

Wie viele Treibhausgase werden durch tierliche Lebensmittel emittiert?

Weltweit werden die meisten Treibhausgase durch Elektrizität und Wärme, gefolgt von Land-, Forstwirtschaft und Landnutzung sowie Industrie erzeugt (3). Die Produktion und Konsumption von Lebensmitteln ist somit ein zentraler Faktor des anthropogenen Klimawandels. Zu nennen sind hier vor allem Fleisch, Milch und andere tierliche Produkte - auf sie entfallen 18 % der globalen Treibhausgase (1). Sie sind überaus ressourcen- und emissionsintensiv und wirken sich unverhältnismäßig stark auf das Klima aus. Das ist auch der Grund, warum durch eine vegane Ernährung wesentlich weniger Treibhausgase emittiert und weniger Flächen belegt werden.

Warum verursachen tierliche Lebensmittel so hohe Treibhausgase?

Kohlendioxid (CO2) entsteht durch Waldrodungen, die in Zusammenhang mit der Landwirtschaft stehen. Der hohe Flächenbedarf bei Tierprodukten ergibt sich aus dem Anbau von Futtermitteln und der Haltung von Tieren. Als besonders dramatisch erweist sich die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes: Sie steht in direkter Verbindung mit dem südamerikanischen Soja, das in europäischen Futtertrögen landet. Methan (CH4) wird durch die Verdauungstätigkeiten von Wiederkäuern verursacht. Zusätzlich wird es gemeinsam mit Lachgas (N2O) durch die Lagerung und Ausbringung von Gülle an die Atmosphäre abgegeben (1). Von besonderer Bedeutung ist die Klimawirkung dieser Treibhausgase. Methan wirkt 28-mal und Lachgas 265-mal so stark wie CO2 (3). Die Reduktion unseres Konsums antierlichen Lebensmitteln verringert somit die Emission hochpotenter Treibhausgase. Auch weitere Umweltprobleme im Zusammenhang mit Luft, Wasser und Boden sowie dem Biodiversitätsverlust werden durch eine pflanzliche Ernährung geschmälert.

Lebensmittel unter der Lupe

Jede klimafreundliche Mahlzeit zählt. Das zeigt auch der direkte Vergleich von verschiedenen tierlichen und pflanzlichen Lebensmitteln.*

Pflanzlich, biologisch, regional - Was macht die Ernährung nachhaltig?

Eine pflanzliche Ernährung ist der größte Beitrag zum Klimaschutz, den wir mit unserem alltäglichen Konsum leisten können. Denn mit ihr werden 70 % an Treibhausgasen im Vergleich zu einer omnivoren Ernährung eingespart. Wenn Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft bezogen werden, lässt sich der Klimafußabdruck der Ernährung um weitere 20 % senken (4). Eine regional-saisonale Ernährung mag aus sozialen Aspekten überzeugen, doch aus ökologischer Sicht ist ihr Beitrag zum Klimaschutz gering. Betrachtet man die globalen Treibhausgase im Ernährungssystem, zeigt sich, dass die meisten aus Landnutzungsänderungen (30 %), Methan von Rindern (22 %) und Gülle (22 %) stammen. Nur ein kleiner Anteil entfällt auf den Transport von Lebensmitteln (6 %) (5). Klimafreundliche Ernährung macht also aus, welche Lebensmittel (pflanzlich/tierlich) auf den Teller kommen, weit weniger woher sie stammen (regional/nicht-regional).

Wie stehen die Klimaziele in Verbindung mit unserer Ernährung?

Zur Abwendung der Klimakrise ist die globale Erderwärmung auf 1,5° C zu begrenzen. Neben einer Energiewende braucht es hier auch eine Ernährungswende. Denn in westlichen Staaten ist der Konsum an tierlichen Lebensmitteln besonders hoch. Beispielsweise wird in Österreich mehr als doppelt so viel Fleisch gegessen wie im Weltdurchschnitt. Laut University of Oxford muss daher der Verzehr an Rindfleisch um 90 % und jener an Kuhmilch um 60 % sinken, um die Klimaziele zu erreichen (6). Da der hohe Konsum an tierlichen Lebensmitteln mit weiteren Umweltproblemen sowie Gesundheitsproblemen und Tierleid in Verbindung steht, würde ein Ernährungswandel zu Nachhaltigkeit in einem breiten Sinne beitragen.

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Quellen

(1) Steinfeld, H., Gerber, P., Wassenaar, T., Castel, V., Rosales, M. & de Haan, C. (2006). Livestock’s long shadow. Environmental issues and options. Rom: Food and Agriculture Organization of the United Nations.

(2) https://www.mein-fussabdruck.at

(3) IPCC (2014). Climate Change 2014: Synthesis Report. Contribution of Working Groups I, II and III to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Core Writing Team, R.K. Pachauri and L.A. Meyer (eds.)]. Genf: IPCC.

(4) Schlatzer, M. & Lindenthal, T. (2020). Einfluss von unterschiedlichen Ernährungsweisen auf Klimawandel und Flächeninanspruchnahme in Österreich und Übersee (DIETCCLU). Endbericht von StartClim2019.B in StartClim2019: Weitere Beiträge zur Umsetzung der österreichischen Anpassungsstrategie. Auftraggeber: BMFLUW, BMWF, ÖBf, Land Oberösterreich.

(5) Poore, J., & Nemecek, T. (2018). Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science, 360 (6392), 987–992.

(6) Springmann, M., Clark, M., Mason-D’Croz, D. et al. 2018. Options for keeping the food system within environmental limits. Nature 562, 519–525.