Bürger:inneninitiative sammelt Unterschriften für vegane Verpflegung im Bundesheer

Bürger:inneninitiative sammelt Unterschriften für vegane Verpflegung im Bundesheer

06.04.2022

Jährlich leisten tausende junge Männer ihre Wehrpflicht, immer mehr von ihnen leben vegan. Das österreichische Bundesheer erschwert seinen Soldat:innen und Grundwehrdienern jedoch eine ausgewogene, pflanzliche Ernährung. Dagegen will eine aktuelle Bürger:inneninitiative ankämpfen und fordert das Recht auf eine vegane Verpflegung im Bundesheer ein. Derzeit werden Unterschriften von österreichischen, wahlberechtigten Staatsbürger:innen gesammelt.

Hintergrund: Pflanzliche Ernährung im Bundesheer derzeit mehr als schwierig

Das österreichische Bundesheer umfasst etwa 14.000 Berufssoldat:innen sowie 25.000 Soldat:innen in der Miliz und 8.000 Zivilbedienstete. Dazu kommen im Jahr etwa 18.000 Wehrpflichtige, die ihren sechsmonatigen Grundwehrdienst ableisten. Zahlreiche von ihnen leben zeitweise in Kasernen und werden dort von der öffentlichen Hand verpflegt. Derzeit erschwert das Bundesheer seinen Soldat:innen mangels adäquatem Angebot jedoch eine ausgewogene, pflanzliche Ernährung. Dabei ist eine quantitativ und qualitativ hochwertige Kost nicht zuletzt in körperlich herausfordernden Berufen ein Muss. Zusätzlich ist es die Pflicht des Staates die Weltanschauungen von Personen, die in öffentlichen Einrichtungen verpflegt werden, zu wahren.

Veganismus: Recht auf vegane Optionen in öffentlicher Verpflegung

Der Veganismus ist als ethische Lebensweise zu verstehen, wie etwa die Definition der britischen Vegan Society unterstreicht: „Veganismus ist eine Lebensweise, die versucht – so weit wie praktisch durchführbar – alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden“. Folglich kann der Veganismus als Weltanschauung verstanden werden, die durch den Respekt des Lebens von nichtmenschlichen Tieren begründet wird. Die Glaubens- und Gewissensfreiheit, die Freiheit der Weltanschauung sowie das Selbstbestimmungsrecht zählen dabei zu den ältesten Menschenrechten. Der Staat steht daher grundsätzlich in der Pflicht, säkulare Weltanschauungen zu respektieren und sie nicht gegenüber religiösen Weltanschauungen zu benachteiligen.

Derzeit ist das jedoch nicht der Fall: In öffentlichen Einrichtungen werden etwa religiöse Ernährungsgebote beachtet, sodass Personen eines bestimmten Glaubens eine entsprechende Kost erhalten. Die säkularen Ernährungsgebote des ethischen Veganismus hingegen werden nicht entsprechend geachtet, sodass das Recht von Veganer:innen auf eine vegane Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Krankenhäusern und eben auch Kasernen, verletzt wird. Veganer:innen haben jedoch aufgrund ihrer ethischen Weltanschauung ein Recht darauf, in öffentlichen Einrichtungen mit einer pflanzlichen Kost versorgt zu werden. Mehr zum Thema haben wir in unserem Buch „Vegan im Recht – Österreich Edition“ zusammengefasst.

Bürger:inneninitiative: Forderung von veganer Verpflegung im Bundesheer

Das Recht auf eine vegane Verpflegung wird nun vom österreichischen Bundesheer gefordert. Der engagierte Bürger Roland Faltejsek hat dazu eine parlamentarische Bürger:inneninitiative gestartet: Ziel ist es, 500 Unterschriften zu sammeln und damit den Nationalrat aufzufordern, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Unterschriften müssen dabei von österreichischen, wahlberechtigten Staatsbürger:innen stammen.

Wir, die Vegane Gesellschaft Österreich, möchten die wichtige Initiative unterstützen und helfen dabei, die nötigen Unterschriften zu sammeln. Unsere Leser:innen und Unterstützer:innen können dabei wie folgt vorgehen: Laden Sie die parlamentarische Bürger:inneninitiative hier herunter, drucken Sie diese aus und senden Sie sie unterschrieben an unser Büro in der Meidlinger Hauptstraße 63/6, 1120 Wien. Wir übergeben Ihre Unterschrift dann gerne an den Initiator der Bürger:inneninitiative. Eine elektronische Unterschriftsmöglichkeit besteht leider nicht.

Infobox: Wie kann ich die Bürger:inneninitiative unterstützen?

  • Österreichische Staatsbürger:innen ab 16 Jahren dürfen unterschreiben.
  • Drucken Sie die Bürger:inneninitiative hier aus.
  • Tragen Sie Namen, Anschrift, Geburtsdatum und Unterzeichnungsdatum ein und unterschreiben Sie.
  • Senden Sie die unterzeichnete Unterstützungserklärung an die Vegane Gesellschaft Österreich (Meidlinger Hauptstraße 63/6, 1120 Wien).
  • Wir geben Ihre Unterstützungserklärung für Sie an den Initiator weiter.