Vegane Produkte triumphieren auf europäischem Markt

Vegane Produkte triumphieren auf europäischem Markt

20.04.2021

Während die EU weitere Handelshemmnisse für die Vermarktung von Pflanzenmilch einführen will, erobern vegane Milch- und Fleischalternativen den europäischen Markt.

Fleisch- und Milchalternativen: Gut etabliert.

Der pflanzenbasierte Lebensmittelsektor hat in den letzten Jahren enormes Wachstum im zweistelligen Bereich verzeichnet. Alleine in der letzten Periode (10/2019-09/2020 verglichen mit 10/2018-09/2019) wuchs der vegane Markt um 28 % und ist mittlerweile 3,6 Milliarden Euro schwer.

Dominiert wird der Markt hierbei von Alternativen zu Fleisch (39 %) und Milch (44 %). Fleischalternativen im Kühlregal sowie pflanzliche Burger-Patties und Würstchen zählen zu den beliebtesten Produkten im Segment der Fleischalternativen. Hafer, Soja und Mandeln führen den Verkauf von Pflanzenmilch an. Am schnellsten wachsen jeweils tiefgekühlte Fleischalternativen und Hafermilch. Vegane Joghurts (11 %) weisen wie die restlichen Produkte attraktive Wachstumsraten im zweistelligen Bereich auf. Am beliebtesten sind übrigens Joghurts aus Soja und Kokos.

Veganer Käse und Fisch: Luft nach oben.

Der Markt an veganem Käse (2 %) ist noch überschaubar. Er besticht jedoch mit sehr großem Wachstumspotential in allen europäischen Ländern. Der Verkauf wächst hierbei doppelt so schnell verglichen mit dem Gesamtmarkt. Mit hochwertigen Käsealternativen wird man heute wie morgen bei den Konsument_innen punkten können.

Zu den Newcomern am Markt zählen Fischalternativen: Sie sind mengenmäßig die kleinste Gruppe, doch überraschen mit enormen Wachstumszahlen. Alleine in Deutschland zeigt sich eine Steigerung von 190 %. Wachsende Sorgen um Tier- und Meeresschutz werden wohl auch weiterhin die Nachfrage in diesem Sektor antreiben.

Österreich: Ungenütztes Potential im veggie-freundlichen Land.

Österreich liegt mit einem jährlichen Umsatz von 86 Millionen Euro im europäischen Mittelfeld. Die überdurchschnittliche Wachstumsrate von 39 % deutet jedoch darauf hin, dass österreichische Unternehmer_innen das wirtschaftliche Potential von veganen Fleisch- und Milchprodukten erkannt haben und es nicht länger an die Nachbarländer verschenken möchten.

Ein Blick auf unser deutsches Nachbarland verdeutlicht, wie lukrativ der Veggie-Trend genutzt werden kann: Es steht mit einem Umsatz von 993 Millionen Euro und einem Wachstum von 53 % an der europäischen Spitze in puncto veganer Alternativprodukte. Somit verkauft Deutschland – bezogen auf eine Million Einwohner_innen – beinahe ein Fünftel mehr vegane Alternativen als Österreich. Doch sind die Deutschen wirklich veggie-freundlicher als wir hierzulande?

Die Ernährungsgewohnheiten der deutschen und österreichischen Konsument_innen sind einander grundsätzlich sehr ähnlich: Etwa jede_r Zehnte ernährt sich vegan oder vegetarisch. Die Hälfte der Bevölkerung will ihren Fleischkonsum reduzieren. Somit ist glasklar: Der Veggie-Markt in Österreich ist weitgehend ungesättigt und die hohe Nachfrage nach veganen Produkten wartet noch auf entsprechendes Angebot von österreichischen Produzent_innen.

Österreichische Unternehmen liegen mit ihrem Umsatzanteil im Mittelfeld und haben besonderes Wachstumspotential.

Tipp: Fleisch, Käse und Fisch in veganer Variante.

Allgemein besticht der Vegan-Sektor mit enormen Wachstumsraten und zählt zu den Stars von Lebensmittelindustrie und -handel. Fleisch- und Milchalternativen sind bereits gut etabliert – profitieren könnte diese Sparte von weiteren Optionen. Gefragt sind derzeit vor allem größere Fleischstücke (wie vegane Steaks) und neue Milchzutaten (wie Nüsse oder Dinkel). Ebenso wird veganer Käse in allen Variationen am gesamten europäischen Markt stark nachgefragt. Am lukrativsten wird sich jedoch die Forschung und Entwicklung von Fischalternativen erweisen. 

Neugierig geworden? Das Smart Protein Project beschäftigt sich mit veganen Alternativen zu tierischen Lebensmitteln. Innovative, kosten- und ressourceneffiziente pflanzliche Proteine sollen hier den Weg in eine nachhaltige Zukunft leiten. Mehr Informationen finden sich auf dessen Website.

Quelle: Smart Protein Plant-based Food Sector Report