EU-Begriffsverbot: Veggie-Burger darf bleiben, Sojasteak und Leberkäse weiter unter Beschuss

EU-Begriffsverbot: Veggie-Burger darf bleiben, Sojasteak und Leberkäse weiter unter Beschuss

06.03.2026

Seit über einem halben Jahr zieht sich die Diskussion rund um pflanzliche Produktbezeichnungen. Nach der Vertagung im Dezember gab es bei den Trilog-Verhandlungen am Donnerstagnachmittag eine Einigung auf einen neuen Entwurf: Veggie-Wurst, Burger und Schnitzel dürfen sich weiter so nennen, dafür stehen 31 andere Begriffe auf der Abschussliste.

Wenn es nach den Unterhändler:innen von EU-Parlament und EU-Kommission sowie den EU-Agrarminister:innen geht, sollen Produktnamen wie Sojasteak, pflanzlicher Leberkäse oder „Chicken Style“ zukünftig nicht mehr zulässig sein. Monatelange massive Proteste von über 600 Organisationen – darunter branchenführende Unternehmen, NGOs sowie Konsumentenschutzverbände – konnten öffentlichen Druck erzeugen: Gängige Begriffe wie Burger, Würstel oder Nuggets dürfen bleiben. Dazu trug auch die Petition der Veganen Gesellschaft Österreich bei, die weiterhin unterschrieben werden kann.

Dennoch ist der Entwurf ein großer Schlag in die Magengrube pflanzlicher Lebensmittelhersteller und Konsument:innen. Die neue Regelung erhöht den bürokratischen Aufwand für Unternehmen erheblich und schwächt letztendlich den Binnenmarkt. Sämtliche bestehende Verkaufsbezeichnungen müssen geändert werden, allein in Österreich wird mit Schäden in Millionenhöhe gerechnet. Der Verein für Proteinvielfalt in Österreich (VPÖ) betont, dass pflanzliche Fleischalternativen mit einem Marktanteil von nur einem Prozent in Österreich keine Bedrohung für die tierische Produktion darstellen.

Rob de Schutter, Head of Communications bei WePlanet, kritisiert die Entscheidung: „Wir hoffen, dass die Kommission, der Rat und das Parlament über den heutigen Beschluss nachdenken und ihre Prioritäten besser auf die Bedürfnisse der EU-Bürger:innen, Landwirt:innen und Verbraucher:innen abstimmen.“ Das Verbot diene lediglich dem Schutz politischer Nischeninteressen, während die Einwände von hunderten Organisationen, Unternehmen und eine von über 350.000 Bürger:innen unterzeichnete Petition ignoriert wurden.

Der weitreichende Verbotsvorschlag wurde ursprünglich von der französischen Abgeordneten Céline Imart aus der Schwesternpartei der ÖVP im Europäischen Parlament eingebracht. Noch ist nicht alles entschieden: Für den finalen Beschluss fehlt noch das offizielle Votum im Agrarminister:innenrat und im EU-Parlament. Zahlreiche Organisationen – darunter auch die Vegane Gesellschaft Österreich – setzen sich weiterhin gegen den Entwurf ein.