Kochen für Morgen – Unkompliziert, innovativ, plant-based

Kochen für Morgen – Unkompliziert, innovativ, plant-based

20.02.2026

Kochen für Morgen – Unkompliziert, innovativ, Plant-based
Karl & Leo Wrenkh
ISBN 978-3-222-14056-3
Pichler
160 Seiten, Hardcover
31,00 €

Die Brüder Karl und Leo Wrenkh haben sich in der österreichischen Gastronomie-Szene schon längst einen Namen gemacht. Als Pioniere der gehobenen vegetarisch-veganen Küche setzten sie in Wien neue Maßstäbe und zeigten schon vor Jahren, dass Gemüse keine Beilage sein muss. Das ist kaum verwunderlich, denn bereits ihre Eltern führten das erste vegetarische Haubenlokal Österreichs! Mit diesem Buch greifen sie nun vollends auf eine pflanzenbasierte Rezeptpalette zurück – mit Rezepten aus Wien und weit darüber hinaus.

Eine Portion Wiener Schmäh 

Es wirkt schon etwas kurios, wenn die Geschichte des Veganismus mit dem Satz „Sollen sie doch Schweinebraten essen, wenn sie keinen Tofu haben!“ in Verbindung gebracht wird. Urheberin? Selbstverständlich, Marie Antoinette. Allerspätestens beim zum Heiligenschein umfunktionierten Lángos wissen wir, dass die Wrenkh-Brüder nicht alles ganz so ernst nehmen. Ganz anders sieht es bei den Rezepten aus. Die Köche verstehen ihr Handwerk: Von komplexen Fermentationstechniken über Neuinterpretationen bekannter Klassiker hin zu Inszenierung und Gestaltung – jeder Handgriff sitzt. Die Zutaten stammen zum Großteil aus dem örtlichen Supermarkt; auf exotische Zutaten wird meist verzichtet. Die Gerichte sollen alltagstauglich, regional und saisonal sein!

In Wien kreiert – von der Welt inspiriert

Ob Rezepte der Eltern und Großeltern oder Gerichte aus der ganzen Welt – Wien ist nie ganz vom Teller. Obwohl die beiden Autoren weit gereist sind, lassen sie sich immer wieder von der guten alten Hausmannskost inspirieren. Die Anleitungen sind stets kurz, die Zutatenlisten überschaubar, die Ergebnisse alltagstauglich. Die Rezepte sollen in erster Linie dazu dienen, die richtigen Verhältnisse anzugeben – der Rest ist oft auslegbar. Der eigenen Kreativität werden keine Grenzen gesetzt; diese Herangehensweise scheint immer wieder durch. So finden wir etwa Quinoa-Gröstl, Kimchi-Fleckerl oder Miso-Melanzani. Mit viel Innovation und manchmal auch überraschend simplen Ideen will dieses Kochbuch gar keine täuschend echten Alternativen zu traditionellen Rezepten bieten. Viel eher geht es darum, köstliche Neuinterpretationen zu kreieren, die für sich selbst stehen dürfen! 

Fazit

Unkompliziert. Das würde es im Prinzip schon ganz gut zusammenfassen. Doch in diesem Buch steckt noch viel mehr: Die innovativen Interpretationen laden dazu ein, selbst kreativ zu werden, der regionale und saisonale Zugang setzt auf Nachhaltigkeit, außerdem lassen sich alle Zutaten ohne Probleme in der näheren Umgebung besorgen. Allein schon das umfangreiche Kapitel zum Einlegen und Fermentieren zeigt, wie leidenschaftlich die Brüder mit Lebensmitteln umgehen. Diese Leidenschaft zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Dazu kommt noch eine Prise Humor – passt!

Drei Rezepte zum Ausprobieren: