Polen reformiert Schulverpflegung: Mehr pflanzliches Angebot für Millionen von Kindern

Polen reformiert Schulverpflegung: Mehr pflanzliches Angebot für Millionen von Kindern

12.03.2026

Ab dem 1. September 2026 müssen polnische Schulen mindestens einmal pro Woche allen Kindern ein rein pflanzliches Mittagessen servieren. Das sieht eine neue Verordnung des Gesundheitsministeriums vor. Insgesamt betrifft die Regelung mehr als 6,8 Millionen Schüler:innen an rund 36.000 Bildungseinrichtungen. Als Vorbild dient die wissenschaftlich entwickelte Planetary Health Diet, die eine ausgewogene, gesunde und umweltfreundliche Ernährung für die Weltbevölkerung sichert. Sie basiert auf Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen.

Die Reform dient als Antwort auf eine bislang stark fleischlastige Schulverpflegung: Laut einem Bericht des Green REV Institute aus dem Jahr 2025 bestanden bisher 80 bis 100 Prozent der angebotenen Speisen aus Fleischgerichten, während nur 2,5 Prozent der Schulen überhaupt rein vegane Optionen anboten.

Die wöchentlichen Speisepläne müssen nun neu gestaltet werden: Mindestens einmal pro Woche bekommen alle Schüler:innen ein vollständig pflanzliches Gericht auf Basis von Hülsenfrüchten, zusätzlich soll es täglich eine pflanzliche Alternative zu anderen Gerichten geben. Suppen auf Gemüsebrühe-Basis müssen mindestens zweimal pro Woche auf dem Plan stehen und jedes Gericht soll Obst oder Gemüse enthalten. Darüber hinaus sieht die Verordnung mehr Vollkornprodukte, einen höheren Anteil pflanzlicher Fette, maximal zwei frittierte Speisen pro Woche sowie mehr saisonale, regionale und möglichst biologische Zutaten vor. Auch pflanzliche Getränke und Milchalternativen sollen angeboten werden, sofern sie mit Kalzium und Vitamin B12 angereichert sind.

Um Lebensmittelverschwendung vorzubeugen, sollen Schulen altersgerechte Portionen, Auswahlmöglichkeiten für Kinder und eine ansprechende Präsentation der Speisen bieten. Unterstützung erhält das Schulpersonal unter anderem von der ProVeg Foundation, die Schulungen sowie praktische Hilfsmittel für Planung, Zubereitung und Präsentation pflanzlicher Gerichte bereitstellt. „Die Einführung nährstoffreicher, pflanzlicher Mahlzeiten in Schulen ist weit mehr als nur Gesundheitsförderung. Sie ist auch eine Investition in Bildung, die Kinder befähigt, bewusste und verantwortungsvolle Ernährungsentscheidungen zu treffen“, sagt Patrycja Homa von ProVeg Polen.

Mit der neuen Regelung setzt Polen ein wichtiges Zeichen für eine zukunftsfähige Schulverpflegung. Wenn pflanzliche Gerichte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, können Kinder früh neue Zutaten kennenlernen und entdecken, wie sich vertraute Geschmäcker weiterdenken lassen.