Urlaub mit dem Rad: Vegan und nachhaltig

Urlaub mit dem Rad: Vegan und nachhaltig

31.03.2026

Reisen mit dem Fahrrad sind nicht nur gesund, sondern auch klimafreundlich und ressourcenschonend – also ein ideales Match mit pflanzlicher Ernährung: vegan und nachhaltig!

Radfahrerin vor spektakulärer Bergkulisse

Tour planen: Vorfreude zelebrieren

Die Eckpfeiler einer guten Tourenplanung sind immer gleich: Sich mit Tools wie Komoot, Bikemap und Outdooractive vertraut machen, Destination, Dauer, Etappenlängen, Zwischenstopps und Übernachtungsmöglichkeiten planen, Fahrrad und Ausrüstung checken, smart packen sowie Proviant und Wasserversorgung optimieren. Die Einkehr-, Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten sollten bei einer veganen Tour allerdings besonders sorgfältig geplant werden.

Übernachten: entspannt regenerieren

Frisches Obst, warmes Brot, duftender Kaffee – ein morgendlicher Energieschub macht fit für den neuen Tag und die nächste Etappe. Unterkünfte, in denen vegane Frühstücksoptionen Standard sind, gibt es noch nicht überall. Daher ist hier Vorabrecherche gefragt. Hilfreiche Tools sind die VEGAN.AT-Hotelliste und die Plattform VeganWelcome. Tipp: Auch bei nicht gelisteten Hotels lohnt es sich nachzufragen, viele sind flexibler als vermutet!

Einkehren: neue Kraft schöpfen

Ein Ort zum Ankommen, eine Sattelpause, den Rücken aufrichten, den Helm abnehmen, durchatmen, ein kühles Getränk und stärkende Nahrung: Mit diesem Bild vor Augen fällt jeder Kilometer leichter.
Sich bereits vorab über gute Einkehrmöglichkeiten in Restaurants und Cafés zu informieren, erhöht die Vorfreude und sorgt für entspannteres Radeln. Empfehlenswerte Recherche-Tools sind die VEGAN.AT-Restaurantdatenbank und HappyCow. Tipp: Gut auf Ruhetage sowie Öffnungs- und Schließzeiten achten und die gefundenen Lokale gleich im Routenplanungstool eurer Wahl abspeichern, um Adressen und Anfahrtswege direkt abrufbar zu haben. Es hat sich bewährt, ein bis zwei sichere vegan-freundliche Spots pro Etappe zu markieren, Notfalloptionen (Bäckerei, Supermarkt) einzuplanen und immer auch ein Backup an veganem Basisproviant dabei zu haben.

Proviant und Selbstverpflegung

Wer am Wegesrand pausiert und die mitgebrachte Wegzehrung plötzlich mehr als jeden Restaurantbesuch genießt, weiß: Das ist nicht Verzicht, das ist Freiheit. Der Proviant ist auf einer Radtour mehr als Nahrung, er bedeutet Selbstfürsorge, Sicherheit und Unabhängigkeit. 
Einfache, leichte Snacks wie Nüsse, Trockenfrüchte, Proteinriegel und Aufstriche sind leicht zu transportieren und versorgen gut mit Energie. Obst, Gemüse und Gebäck können in kleinen Portionen frisch dazugekauft werden. Essenziell ist auch die ausreichende Versorgung mit Wasser. 
Vegane Radreisende können sich in regulären Supermärkten sehr gut mit geeignetem Proviant versorgen. Wer besondere Wünsche und Ansprüche hat, kann sich jedoch auch hier vorab informieren und beispielsweise Stopps in Bio- und Hofläden einplanen.

Vegan-freundliche Etappenplanung

Gute Unterkünfte und passende Einkehrmöglichkeiten sind Leuchttürme entlang der Strecke – plötzlich richten sich die Etappen ganz selbstverständlich nach dem, was wartet: gutes Essen, ein ruhiges Zimmer, ein Ort zum Ankommen.
Bei aller Vorfreude auf entdeckte Ziele bleibt es entscheidend, die Etappen so zu wählen, dass sie sich gut anfühlen und machbar bleiben. Denn kluge Planung heißt auch, dem Unerwarteten Raum zu lassen: ein gedanklicher Plan B, etwas Spielraum im Kopf – und Verpflegung in der Tasche, falls Dinge anders als gedacht laufen.

Skizze Route Alpe-Adria-Radweg

In der Praxis: Alpe-Adria-Radweg

Österreich bietet viele Regionen, in denen sich Radurlaub und vegane Ernährung wunderbar verbinden lassen. Besonders beliebt ist der Alpe-Adria-Radweg, weshalb wir uns auf dessen österreichischem Teil für euch nach Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten umgesehen haben. Die klassischen Etappen von Salzburg über Bischofshofen, Bad Gastein und Mallnitz/Spittal an der Drau bis nach Villach können je nach Fitness und Lust flexibel an die recherchierten vegan-freundlichen Fundstücke angepasst werden. Die Liste der hier aufgezählten Einkehr-Spots erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann nach Herzenslust abgeändert und ergänzt werden. 
Unsere exemplarische, kulinarisch motiviert angepasste Routenoption lautet: Salzburg  Hallein  Bad Dürnberg  (Kuchl)  Werfen  Bischofshofen  Sankt Johann im Pongau  Bad Hofgastein  Bad Gastein  Mallnitz  Spittal an der Drau  Feistritz an der Drau  Villach  Drobollach am Faaker See.

Auf geht’s!

  • Salzburg: Hier beginnt die Tour bereits genussvoll. Die veganen Einkehrmöglichkeiten sind zahlreich.
    • Rein vegane Einkehrmöglichkeiten:
      • Das GustaV ist ein angesagtes und gemütliches Bistro im Herzen Salzburgs.
      • Das Café Veronika lockt mit Geheimtipps wie hausgemachten süßen und herzhaften Strudeln, Quiches, Börek, Baklava und Salaten.
      • Im The Green Garden stehen Salate, Wraps, Burger und Sommerrollen zur Auswahl.
      • Im Vegitalian werden italienische Klassiker neu – und natürlich immer vegan – interpretiert.
    • Auch im Heart of Joy und in den My-Indigo-Filialen gibt es eine tolle vegane Auswahl von Frühstück bis Abendessen.
    • Eine vegan-freundliche Übernachtungsmöglichkeit mit entsprechendem Frühstücksangebot findet sich im Grünen Hotel Zur Post.
  • Hallein: Kaum gestartet, lockt bereits der erste Zwischenstopp. Das Namaste ist ein indisches Restaurant mit klar gekennzeichneten veganen Optionen auf der Speisekarte. Dergleichen zu finden ist in der Umgebung schwierig.
  • Bad Dürnbach: Nur einen Katzensprung von Hallein entfernt (ca. 20 Minuten mit dem Fahrrad) findet sich im Kranzbichlhof eine sehr exquisite vegane Übernachtungsmöglichkeit.
  • (Kuchl: Wer Lust hat, den Urlaub mit einem veganen Koch-Workshop zu verbinden, wird vielleicht bei Anna’s Vegane Küche fündig!)
  • Werfen: Im Lokal Stiege No. 1 gibt es gehobene Küche und eine kleine vegane Rubrik auf der Karte. In der Burgschenke Hohenwerfen speist man im Schloss und findet eine kleine vegane Rubrik auf der Speisekarte!
  • Bischofshofen: Radler:innen, die hier der Hunger überkommt, finden im Namaste India auf Nachfrage einige vegane Currygerichte.
  • Sankt Johann im Pongau: Hier bietet das kleine Restaurant Zerzer täglich wechselnde vegane Gerichte. Auch eine tolle Übernachtungmöglichkeit gibt es: Im Hotel Alpendorf könnt ihr euch auf ein pflanzliches Verwöhnprogramm freuen. VEGAN.AT-Unterstützer:innen bekommen hier sogar V-Card-Rabatt!
  • Bad Hofgastein: Hier locken sowohl das Restaurant Kraut und Rüben, das eine große vegane Rubrik auf der Karte bereithält, als auch das Hotel Blü, das eine außergewöhnliche Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeit mit reichhaltigem veganem Angebot darstellt.
  • Bad Gastein: Auch hier, kaum 45 Minuten Fahrt weiter, gibt es spannende Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten: Im beeindruckenden Hotel Miramonte bietet die Alpine Urban Fusion-Küche mindestens ein veganes Gericht zum Mittag- und Abendessen an. Und das Waldhaus Rudolfshöhe ist ein kleines Boutique-Hotel mit Sonnenterrasse, Snack-Station und abends Restaurantbetrieb auf Vorbestellung. Auch hier gibt es täglich mindestens ein veganes Gericht.
  • Mallnitz: Hier überrascht das Café Liebermann im Tourismus- und Nationalparkzentrum mit veganen Optionen und sogar einem komplett veganen Frühstück bis 13 Uhr.
  • Spittal an der Drau: Ganz unerwartet eröffnet sich hier eine ganze Reihe an veganen Möglichkeiten. Das Juicy Lucy – Soul-Food-Restaurant und Bäckerei – serviert in Diner-Atmosphäre eine gute Auswahl an veganen Burgern, Bowls und Burritos. Das Restaurant Zellot bietet direkt am Hauptplatz vegan gekennzeichnete Gerichte auf der Speisekarte. Im El Venado ist die mexikanische Küche auf Nachfrage auch vegan möglich. Und mit dem Stadthotel Ertl, das auf Nachfrage gerne auch veganes Frühstück serviert, ist sogar eine vegan-freundliche Übernachtungsmöglichkeit gegeben.
  • Feistritz an der Drau: Nur knapp eine Fahrradstunde weiter gibt es einen der kulinarischen Fixsterne der Route: Das Vins Vegan ist ein komplett veganes Lokal mit abwechslungsreicher Karte. Dort gibt es außergewöhnliche Burger, Teigtaschen-Variationen, Pressknödel-Bowls, Salate, Kuchen, Kaffees und mehr.
  • Villach: Und schon sind wir am Zielort der offiziellen Österreich-Routenführung des Alpe-Adria-Radwegs angekommen. Hier lässt sich das Geschaffte gebührend feiern – die Auswahl an Einkehrmöglichkeiten ist so groß, dass die Entscheidung schwer fällt.
    • Unbedingt empfehlenswert ist das Vietnam, ein authentisches vietnamesisches Restaurant im Zentrum, mit einer guten Auswahl gekennzeichneter veganer Gerichte auf der Speisekarte. Laut Locals immerhin das coolste Restaurant Villachs!
    • Auch die Orient Foodbar ist ein angesagtes Lokal, das mit großer, klar gekennzeichneter veganer Auswahl lockt.
    • Das Stern bietet eine breite Auswahl an spannenden veganen Gerichten und zudem jeden Samstag Brunch mit vielen veganen Optionen!
    • Die Bäckerei Wienerroither überzeugt traditionsreich mit veganem Strudel, Porridge, verschiedenen veganen Brotsorten und Milchalternativen.
    • Mit einem ausgefallenen Angebot wartet die Knödelbar Sweet & Delicious auf: Hier werden unterschiedlich gefüllte Germknödel serviert und es sind viele vegane Optionen verfügbar!
    • Eine My-Indigo-Filiale bietet verlässlich asiatische Fusionsküche, darunter einige als vegan gekennzeichnete Optionen.
    • Auch die Kette Le Burger ist hier vertreten und lockt mit individuell zusammenstellbaren Burgern, Bowls, Snacks, Desserts und pflanzlichen Milkshakes.
    • Und nicht zuletzt ist die Röstbar auf jeden Fall einen Besuch wert – manche sagen, das beste Café auf dem Alpe-Adria-Radweg. Geheimtipp: die veganen (Schoko-)Croissants!
  • Bonus! Drobollach am Faaker See: Wer nun noch Lust auf eine Weiterfahrt zum Faaker See hat, kann dort im Restaurant Hazienda einkehren. Hier gibt es eine vegane Rubrik auf der Karte, die Nudeltaschen, eine Falafelbowl und Mangoeis enthält. Als krönenden Abschluss der Tour empfehlen wir eine Übernachtung im Biohof Naturzeit am Faaker See mit anschließendem komplett veganen Biofrühstücksangebot!

Wer jetzt noch über Zeit und Kraft verfügt, kann auch die Weiterfahrt bis nach Grado, Italien – dem eigentlichen Ziel des gesamten Alpe-Adria-Radweges – wagen. Mit unseren Planungstipps seid ihr fit für ein genüssliches Radeln bis ans Meer! 

Dieses Tourenbeispiel zeigt: Wer pflanzlich plant, kommt genussvoll an.
Wir wünschen eine wundeschöne Reise!

Dieser Artikel ist in unserer VEGAN.AT-Ausgabe 45 erschienen.

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